Erweiterung der EU; Österreichs genützte Chance
2004 erlebte die Europäische Union mit der Aufnahme von zehn Staaten in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum eine historische Erweiterung: am 1. Mai 2004 wurden die Tschechischen Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowakei und Slowenien Mitglieder der Europäischen Union. Mit dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien am 1. Januar 2007 wurde diese fünfte Erweiterung der Europäischen Union vollendet.
Von Österreich wird dies als Fortsetzung des historischen Projekts der europäischen Einigung begrüßt und unterstützt. Die Union umfasst nach dieser Erweiterung knapp 500 Millionen Menschen. Als stärkste Handelsmacht der Welt mit einer starken gemeinsamen Währung, als größter Geber von Entwicklungshilfe und humanitärer Unterstützung spielt die erweiterte EU auch politisch eine immer wichtigere Rolle in der Welt.
Nur die Erweiterung bot Österreich die Chance, vom Rand in die Mitte Europas zu rücken und rund um sich einen Raum des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstandes zu schaffen. Unsere natürlichen Partner sind dabei die mitteleuropäischen Beitrittsländer. Deshalb initiierte Österreich 2001 die Regionale Partnerschaft mit fünf dieser Länder: Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die intensivierte politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit verstärkt Österreichs Gewicht und Durchsetzungskraft in der EU.
Die österreichische Wirtschaft hat die Chancen auf den neuen Märkten früh erkannt und wusste sie zu nutzen. Die dichte ökonomische Verflechtung Österreichs besonders mit unseren mittel- und osteuropäischen Nachbarn Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, Slowenien und der Slowakei ist eine mächtige Stütze der heimischen Konjunktur. Heute importiert z. B. unser Nachbarland Slowenien mit zwei Millionen Einwohnern mehr österreichische Produkte als Japan, Russland oder China. Österreich ist sowohl in Rumänien als auch Bulgarien Investor Nr.1. Damit einher ging und geht die Schaffung von zehntausenden Arbeitsplätzen in Österreich. Die Erweiterung sichert auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Fortführung dieser erfolgreichen Entwicklung.
Das künftige, größere Europa braucht aber auch die Besinnung auf unsere gemeinsamen geistigen und kulturellen Grundlagen. Deshalb hilft im Rahmen der Regionalen Partnerschaft die "Plattform Kultur Mitteleuropa", Österreichs gemeinsame kulturelle Wurzeln mit den mitteleuropäischen Ländern Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn (wieder) zu entdecken und für die Zukunft fruchtbar zu machen.
