Graz/Stmk
Die zweite Station seiner EU-Zuhörtour war für Außenminister Dr. Michael Spindelegger gestern, am 18.Februar, Graz. Am Vormittag stellte sich der Minister in einer Diskussionsveranstaltung „Cafe Europa“ zahlreichen Publikumsfragen und teils sehr kritischen Fragen von Zusehern aus dem Internet.
Der Minister, der in diesen Wochen alle Bundesländer im Rahmen einer "Zuhörtour" besucht, um "das Bauchgefühl der Bevölkerung Europafragen gegenüber" kennen zu lernen, zeigte sich über jeden Standpunkt erfreut - ob Lob oder Kritik. "Ich weiß, dass ich mit dieser Tour nicht alle Österreicherinnen und Österreicher erreiche, aber ich will mir selbst ein Bild machen, wie die Leute über Europa denken", schilderte er sein Motiv. Später kam dann ein aktueller Punkt zur Sprache: Die Europawahl am 7. Juni 2009, wo der Minister hofft, dass noch viele Österreicherinnen und Österreicher begeistert werden können.
Auf eine Künstlerin, die gerne Europa-Themen in grenzüberschreitenden Aktionen aus- und aufarbeiten würde, ging er ein, indem er das jüngste Beispiel des umstrittenen Kunstwerks ansprach, mit dem die tschechische EU-Präsidentschaft zu Jahresbeginn in Brüssel Schlagzeilen machte. Kunst könne manchmal mehr bewegen als trockene Sachfragen. "Schicken Sie mir Ihre Vorschläge", ermutigte er, um dann wieder auf konkrete Vorteile durch die EU einzugehen: "Seit dem EU-Beitritt 1995 haben 60.000 junge ÖsterreicherInnen im Rahmen der EU-Programme an einer Auslandsuniversität studiert - eine ganz wertvolle Erfahrung", unterstrich Spindelegger ein Beispiel und nennt dann noch viele weitere - in der Außenpolitik etwa die Frage 'Iran und Atombombe', zum europaweiten Tierschutz - in Bezug auf die Stierkämpfe in Spanien - schildert er das Prinzip der nationalen Nicht-Einmischung bei Brauchtums-Sachen: "Wir brauchen auch keine EU-Richtlinie für den Auftritt von Tiroler Schützenkompanien, die Salut-Schüsse abfeuern."
Begeistert von dem Kommunikationskonzept "Café Europa" und der anregenden Diskussion versprach Minister Spindelegger abschließend gerne wieder in die Steiermark zu kommen.
Am Nachmittag begab sich der Außenminister auf einen Spaziergang durch die Grazer Innenstadt um die Möglichkeit zu nutzen, mit der Bevölkerung spontan über die Europäische Union zu sprechen. Im Anschluss daran stattete er der Firma Rosendahl Maschinen GmbH noch einen Betriebsbesuch ab.
