Internationale Frauenkonferenz: "Women Leaders - Networking for Peace and Security in the Middle East"
Auf Einladung der österreichischen Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, Dr. Ursula Plassnik, fand am 30.-31. Mai eine internationale Frauenkonferenz statt, deren zentrales Motto war: "Der Gewalt den Dialog entgegensetzen - Dialogräume offen halten".
Die Konferenz war ein international erstmaliger Versuch, Frauen in führenden politischen Positionen aus dem Nahen Osten und anderen Konfliktregionen an einen Tisch zu bringen und einen offenen Dialog über Möglichkeiten der Konfliktlösung und des Friedensaufbaus im Nahen Osten zu führen.
Zielsetzung waren die Präsenz und der direkte Austausch von engagierten Frauen in politischen Führungspositionen sowie Expertinnen aus den Bereichen Medien, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft.
Als erfolgreiche Umsetzung der Strategie der Vernetzung kann vor allem die hochrangige Präsenz der Konfliktparteien gewertet werden. Neben Israel (Außenministerin Tzipi Livni) und der Palestinian Authority (PLC-Abgeordnete Hannan Ashrawi) nahmen auch US SoS Condoleezza Rice, hochrangige politische Persönlichkeiten aus der arabischen Welt (Vertreterinnen im Ministerrang aus Ägypten, Algerien, Jordanien, Marokko, Tunesien und etwa Hero Talabani, Gattin des irakischen Präsidenten) sowie internationale Politikerinnen wie KM Benita Ferrero-Waldner oder die Präsidentin der UNO-Generalversammlung Sheikha Haya Rashed Al-Khalifa (Bahrain) teil.
Drei Workshops in den Bereichen Medien, Wirtschaft und Bildung, Zivilgesellschaft erarbeiteten konkrete Empfehlungen für eine verbesserte Vernetzung. Diese Empfehlungen beziehen sich unter anderem auf eine verbesserte Umsetzung der Resolution 1325 (2000) des UNO-Sicherheitsrats zu Women, Peace and Security, auf verstärkte interregionale Kooperation bzw. Kooperation mit Europa, etwa im Bereich "Frauen und Friedensjournalismus" sowie verbesserte Konsultationsmechanismen nationaler und internationaler PolitikerInnen mit Frauenorganisationen, die im Konfliktmanagement und in der Friedensarbeit tätig sind. Umsetzungsmöglichkeiten und Follow-Up Initiativen werden derzeit geprüft. Die Ergebnisse dieser Workshops bilden die Grundlage für den abschließenden Runden Tisch, der die Diskussion auf politischer Ebene vertiefte und den gesellschaftlichen Gesamtrahmen beleuchtete.
Das Women’s Empowerment Network, nahm unter dem Ko-Vorsitz von Ministerin Plassnik und US SoS Rice in Wien "Recommendations on the Empowerment of Women in the Area of Conflict Resolution and Peace Building" an. Konkrete Empfehlungen betrafen unter anderem die Erhöhung der Zahl von Frauen unter den UNO-Sonderbeauftragten und Sondergesandten in Konfliktregionen und Friedensoperationen (dzt. keine Frau unter 54 Sonderbeauftragten), aber auch die Aufforderung an andere regionale und internationale Akteure, ihre Programme und Strategien im Bereich Konfliktmanagement auf die Einbeziehung von Frauen hin stärker zu überprüfen. Diese Schlussfolgerungen wurden dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon and seiner Stellvertreterin Asha-Rose Migiro zur Kenntnis gebracht.
Derzeit wird auf österreichischer und internationaler Ebene an konkreten Follow-Up Aktivitäten gearbeitet.
