Der asiatisch-pazifische Raum
Das 21. Jahrhundert wird vielfach als das „Asiatische Jahrhundert“ prognostiziert. Politische und wirtschaftliche Gewichte verlagern sich zusehends in den asiatisch‑pazifischen Raum.
Ost- und Südostasien zählen zu den Regionen mit der größten Wirtschaftsdynamik. Die Länder der Region erzielen größtenteils ein beträchtliches Wirtschaftswachstum; manche (z.B. China) liegen mit Raten von bis zu 9 % (Prognose für 2011) an der Weltspitze. Aus der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise scheinen eine Reihe asiatischer Staaten gestärkt hervorgegangen zu sein. Insbesondere China hat sich neben Japan zu einer regionalen Drehscheibe und einem globalen Akteur entwickelt. In Südasien kommt Indien eine immer größere und dominierende wirtschaftliche Bedeutung zu.
Eine zentrale Frage in Südostasien ist, wie sich der Integrationsprozess im Rahmen von ASEAN (Association of South East Asian Nations) weiter entwickeln wird. Auch die Pläne zur Schaffung einer Ostasiatischen Gemeinschaft werden mit großem Interesse wahrgenommen. Die wirtschaftliche Verflechtung innerhalb von ASEAN, aber auch zwischen ASEAN und China, Japan sowie Südkorea nimmt ständig zu.
Auch demographisch kommt Asien eine immer größere Bedeutung zu: Ca. 60% der Weltbevölkerung lebt in Asien, rund die Hälfte davon in China und Indien. Viele der größten Städte und Metropolregionen der Welt liegen in Asien, so etwa Tokio, Mumbai, Delhi, Jakarta und Shanghai.
Die Region ist jedoch auch weiterhin Schauplatz zahlreicher politischer Krisen und ungelöster ethnischer und sozialer Konflikte. Vor diesem Hintergrund kommt den Bemühungen um eine vertiefte politische Kooperation in der Region große Bedeutung zu.
Auf den Folgeseiten werden einige Entwicklungen im asiatisch-pazifischen Raum kurz beleuchtet.
