Plattform Kultur-Mitteleuropa

- Plattform Kultur MitteleuropaFoto: BMaA
Im Rahmen der Regionalen Partnerschaft wurde 2001 die Plattform Kultur Mitteleuropa ins Leben gerufen, die enge Auslandskulturaktivitäten mit den Ländern Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn vorsieht. Die Plattform versteht sich als Forum zur Förderung des kulturellen Dialogs und zur Unterstützung bilateraler und multinationaler Kulturprojekte, die gemeinsame mitteleuropäische Kulturinteressen beinhalten. Konkret will die Plattform:
- größere Breitenwirkung für Information erreichen und ein Bewusstsein für das kulturelle Leben der teilnehmenden Staaten innerhalb Mitteleuropas, innerhalb der Europäischen Union und darüber hinaus schaffen
- die kreative Dichte und Ausdruckskraft unserer KünstlerInnen darstellen sowie
- die gemeinsame kulturelle Identität Mitteleuropas im Zusammenhang mit der europäischen Integration sichtbarer machen.
Die enge Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Länder in einer gefestigten Partnerschaft ist ein Beitrag zu einem kulturelleren Europa und ein Gegengewicht zu einer möglichen Erstarkung nationaler Egoismen. Die Plattform ist daher zu einem zentralen Schwerpunkt österreichischer Auslandskulturpolitik in einem erweiterten Europa geworden. Die Grundidee der Plattform Kultur Mitteleuropa - Informationen über den Kulturraum Mitteleuropa zu geben und gemeinsame Projekte zu initiieren - stellt somit eine Investition in die Zukunft der erweiterten EU dar.
Plattform-Großprojekte aus Anlass der jeweiligen EU-Ratspräsidentschaft
Nach der Auftaktveranstaltung „Mitteleuropäischer Tanz“ in Kopenhagen im Dezember 2002, deren Reinerlös einem von der Flut besonders betroffenen tschechischen Kulturgut zufloss, wurde eine Theaterperformance unter dem Titel „mindscapes“ im Juni 2003 in Athen anlässlich der griechischen EU-Ratspräsidentschaft veranstaltet. Die künstlerische Leitung lag bei Beda Percht.
Während der italienischen EU-Präsidentschaft wurde im Dezember 2003 das Thema „Jazz und Cross-over Music aus Mitteleuropa“ in den Mittelpunkt gestellt. Realisiert wurde das zweitägige Festival in Rom in Kooperation mit MICA unter der Leitung von Helge Hinteregger.
Eine gemeinsame Lesung mitteleuropäischer Lyrik unter dem Motto „City of Poets“ wurde zur irischen Präsidentschaft im Juni 2004 in Dublin gemeinsam mit dem „Dublin Writers Festival“ von der polnischen Literaturwissenschaftlerin Beata Chmiel realisiert.
Anlässlich der niederländischen Präsidentschaft wurde in Kooperation mit dem Meermanno Museum in Den Haag eine Typographieausstellung zum Thema „Bookmarks“ vom slowakischen Designzentrum unter der Leitung von Katarina Hubova, erstellt.
Zur luxemburgischen Ratspräsidentschaft wurde die Ausstellung „form and nonform. A Selection of Central European Photography of Architecture“, die vom ungarischen Kurator Gunther Zsolt vorbereitet wurde, geplant (österreichische teilnehmende Künstler: Hertha Hurnaus und Ignacio Martínez). Eröffnet wurde die Schau am 2. Juni 2005 im Bâtiment Jean Monnet in Luxembourg-Kirchberg.
Im Rahmen des Beijing Music Festivals 2005 gab es einen Mitteleuropa-Schwerpunkt (am 21. und 22. Oktober 2005). Österreich war durch das Atlas-Quartett mit einem Kurt Schwertsik-Programm vertreten.
Vom 21. bis zum 28. Oktober 2005 fand anlässlich der britischen Präsidentschaft das mitteleuropäische Filmfestival „Across the Border. Six Views from Neighbours“ in den Londoner Riverside Studios statt.
Österreich realisierte vom 3. - 5. Mai 2006 eine Konferenz mit Konzertreihe zum Thema „Face the Music - Musik.Verfolgung.Freiheit“ zu vom nationalsozialistischen und den kommunistischen Regime/s verfolgte und vertriebene MusikerInnen und verbotene/verfemte Musik. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Orpheus Trust Wien (Verein zur Erforschung und Veröffentlichung vertriebener und vergessener Kunst) durchgeführt.
Anlässlich der finnischen Präsidentschaft wurde die vom slowenischen Designer Martin Bricelj entwickelte interaktive Installation „Memory“ die die Vielfalt der Plattform-Länder anhand von Kunstwerken, Architektur, Landschaften und Menschen zeigt, im November 2006 im Kulturzentrum Kaapelitehdas in Helsinki gezeigt.
Für die deutsche Präsidentschaft ist eine Neuauflage des Memory mit Forscherpersönlichkeiten und bahnbrechenden Entwicklungen aus der Wissenschaft geplant.
Aktionsprogramm Plattform Kultur Mitteleuropa - Ukraine Initiative
Österreichs fand am 30. März 2005 im BMaA ein ad-hoc-Treffen der Kulturverantwortlichen der Außenministerien der Regionalen Partnerschaft statt, um ein Aktionsprogramm zur verstärkten Kooperation der Plattform Kultur-Mitteleuropa Länder mit der Ukraine zu diskutieren. In einem vorläufigen Aktionsprogramm ist vorgesehen,
- bereits realisierte Projekte, wie die Architektur-Fotoausstellung für Luxemburg, in die Ukraine zu transferieren
- Literatur- und Übersetzungsprogramme zu intensivieren
- ukrainische Schriftsteller zu Literaturfestivals in die Plattformländer einzuladen (lead-country: Slowenien)
- ein zentraleuropäisches Musikprogramm in Kooperation mit einem westukrainischen Radiosender ins Leben zu rufen (lead-country: Österreich)
- Einladungen an Kulturjournalisten auszusprechen (Österreich: über Bundespressedienst)
- Erfahrungen mit demokratischer Transition weiterzugeben (Vorbild Tschechien, lead-country: Tschechien)
- eventuell ein Kulturmagazin nach dem Vorbild der „Sarajewo News“ herauszugeben (wird von Slowenien sondiert)
- ein „Visual Art“-Projekt zu initiieren (lead-country: Slowenien)
- ein Central European Film Festival in Kiew auszurichten (lead-countries: Österreich und Tschechien)
- die Ausweitung des CEEPUS-Programms auf die Ukraine voranzutreiben (lead-countries: Österreich, Ungarn)
- ein Central European World Music Festival in der Ukraine zu gestalten
- die vorhandene Auslandskultur-Infrastruktur in der Ukraine gemeinsam zu nutzen.

