Österreich-Bibliotheken
Die Österreich-Bibliotheken im Ausland gehen auf eine Initiative der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten zurück, die den Zweck verfolgte, den Menschen aus den Ländern des mittel-, ost- und südosteuropäischen Raumes speziell nach der Wende 1989 die Möglichkeit zu kulturellen Kontakten mit Österreich und Europa zu geben. Heute verfügt dieses Netzwerk über 60 Bibliotheken in 28 Staaten mit mehr als 350.000 Büchern und über 8.000 Tonträgern.
Die Österreich-Bibliotheken im Ausland sind nach rund 20-jähriger Entwicklung etablierte Plattformen des interkulturellen Dialogs, die ein vielfältiges Publikum anziehen. Durch die institutionelle Anbindung an Universitäten und Nationalbibliotheken bestehen sie im Umfeld von Studierenden und Lehrenden aus dem wissenschaftlichen Bereich, ziehen aber auch das allgemeine Publikum an. Dies nicht zuletzt deshalb, weil viele von ihnen neben ihrer Eigenschaft als wissenschaftliche Informationsplattfomen Österreichs im Ausland auch als kleine Kulturzentren tätig sind, die in Kooperation mit den österreichischen Kulturforen und Botschaften kulturelle, künstlerische und wissenschaftliche Veranstaltungen durchführen.
Die Österreich-Bibliotheken im Ausland stellen durch die Partnerschaft mit lokalen Universitäten und Forschungseinrichtungen zugleich ein Wissenschaftsnetzwerk dar. Um die wissenschaftliche Qualität und die konsequente Weiterverfolgung der Veröffentlichungen aus den Österreich-Bibliotheken im Ausland zu sichern und die Einbettung der Forschungsprojekte in die Schwerpunktsetzungen der österreichischen Forschungslandschaft zu gewährleisten, bilden österreichische WissenschaftlerInnen und ForscherInnen aus unterschiedlichen Disziplinen ein Herausgebergremium im Sinne des international standardisierten Peer-Review-Verfahrens für die Reihe »Transkulturelle Forschungen an den Österreich-Bibliotheken im Ausland«.
Organisatorisch werden die Österreich-Bibliotheken im Ausland von der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten verwaltet und betreut. Kooperationen bestehen hier mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur unddem Zentrum Ost-/Südosteuropa an der NÖ. Landesakademie.
Im Auftrag des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten werden zwei Mal jährlich im Stift Klosterneuburg die Klosterneuburger Seminare für MitarbeiterInnen der Österreich-Bibliotheken unter der Leitung von Dr. Ilona Slawinski veranstaltet. Seit 2007 werden die Seminare vom Zentrum Ost-/Südosteuropa mit Unterstützung der NÖ Landesakademie organisiert.
Die Klosterneuburger Seminare dienen der Fortbildung und sollen den MitarbeiterInnen der Österreich-Bibliotheken einen besseren Zugang zur Literatur und Kultur Österreichs verschaffen. Es werden Vorträge zu fachspezifischen Themen von international anerkannten Forschern gehalten, vornehmlich zur österreichischen Literatur, Geschichte, Kultur und Landeskunde sowie zur Kunst und Musik. Im Rahmen der Klosterneuburger Seminare werden weiters Besuche zu wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen sowie zu Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen geboten.
In interaktiven Workshops im Zeitraum der Klosterneuburger Seminare, die das Referat V.2d (Österreich-Bibliotheken; Buchaktionen) des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten durchführt, wird die aktuelle Situation jeder einzelnen Bibliothek vor dem Hintergrund laufender Evaluierungen diskutiert. Zudem erhalten die TeilnehmerInnen technische Schulungen, da das große Bibliothekennetzwerk durch ein online-basiertes Intranet administriert wird und über einen tagesaktuellen Webauftritt verfügt, der entsprechend gepflegt werden muss.
Biennale Konferenzen finden seit November 2007 mit den wissenschaftlichen BetreuerInnen von Österreich-Bibliotheken im Ausland in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt, die wissenschaftliche Kooperationsprojekte im Österreich-Bibliotheken-Netz koordiniert und die wissenschaftlichen Ergebnisse vorstellt, die in der Reihe »Transkulturelle Forschungen an den Österreich-Bibliotheken im Ausland« erscheinen.
Durch die Seminare, Workshops und den Zusammentreffen i.R. der biennalen Konferenzen wird nicht nur die Zusammenarbeit der Österreich-Bibliotheken innerhalb eines Landes intensiviert, sondern auch die länderübergreifende Kooperation der einzelnen Österreich-Bibliotheken gefördert, indem gemeinsame Projekte und Veranstaltungen initiiert werden. Von besonderer Bedeutung ist vor allem der Informationsaustausch für jene MitarbeiterInnen der Österreich-Bibliotheken, die nicht unmittelbare Nachbarn Österreichs sind und die Literatur bzw. Informationen aus und über Österreich nicht direkt beschaffen können. Dies umso mehr, als diese Bibliotheken zumeist die wichtigste Anlaufstelle für Informationen zu österreichischer Literatur und Kultur sind.
Die TeilnehmerInnen kommen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa, weiters aus Aserbeidschan, Armenien, Georgien, Israel, der Türkei, Kasachstan und Kirgisistan. Sie sind Germanisten, Übersetzer, Historiker und Bibliothekare aus Akademien der Wissenschaften, Universitäten sowie wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken. Sie alle sind an Österreich interessiert und tragen ganz wesentlich zur Verbreitung österreichischen Kulturgutes bei
Webportal
Umfassende Informationen zu den Österreich-Bibliotheken im Ausland sowie detaillierte Angaben über Bestände, Aktivitäten und aktuelle Entwicklungen der einzelnen Bibliotheken sind auf der Homepage www.oesterreich-bibliotheken.at zu finden.
Das Webportal listet im Rahmen der Datenbank Auslands - Austriaca weltweit übersetzte österreichische Literatur wie auch Forschungsbeiträge auf, die sehr oft im Umfeld der Österreich-Bibliotheken entstehen. Publikationen und Projekte der gemeinsamen Forschung stehen der Internet-Community auf der Wissenschaftsplattform der Österreich-Bibliotheken zur Verfügung. Mit dem Wiener Kaffeehaus Feuilleton und dem Kaleidoskop der Kultur Österreichs bietet das Portal der Österreich-Bibliotheken abseits der reinen Informationsvermittlung thematische Einblicke der besonderen Art für Kulturinteressierte. Das "Wiener Kaffeehaus Feuilleton" wird in Zeiten des Informationsüberschusses dem Bedürfnis gerecht, sich rasch eine Übersicht über die wesentlichen Kulturthemen und intellektuellen Debatten in Österreich sowie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zu verschaffen, das Kulturkaleidoskop bietet ein Potpourri an Essays aus Kunst und Kultur in Österreich.
