Österreich-Bibliotheken
Die Österreich-Bibliotheken im Ausland gehen auf eine Initiative der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten zurück, die den Zweck verfolgte, den Menschen aus den Ländern des mittelost- und südosteuropäischen Raumes speziell nach der Wende 1989 die Möglichkeit zu kulturellen Kontakten mit Österreich und Europa zu geben. Heute verfügt dieses Netzwerk über 54 Bibliotheken in 25 Staaten mit mehr als 315.000 Büchern und über 8000 Tonträgern.
Die Österreich-Bibliotheken im Ausland sind nach rund 20-jähriger Entwicklung etablierte Plattformen des interkulturellen Dialogs, die ein vielfältiges Publikum anziehen. Durch die institutionelle Anbindung an Universitäten und Nationalbibliotheken bestehen sie im Umfeld von Studierenden und Lehrenden aus dem wissenschaftlichen Bereich, ziehen aber auch das allgemeine Publikum an. Dies nicht zuletzt deshalb, weil viele von ihnen neben ihrer Eigenschaft als wissenschaftliche Informationsplattfomen Österreichs im Ausland auch als kleine Kulturzentren tätig sind, die in Kooperation mit den österreichischen Kulturforen und Botschaften kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen durchführen.
Organisatorisch werden die Österreich-Bibliotheken im Ausland von der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten verwaltet und betreut. Kooperationen bestehen hier mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, dem Zentrum Ost-/Südosteuropa an der NÖ-Landesakademie und der Österreich Kooperation.
Umfassende Informationen zu den Österreich-Bibliotheken im Ausland sowie detaillierte Angaben über Bestände, Aktivitäten und aktuelle Entwicklungen der einzelnen Bibliotheken sind auf der Homepage zu finden.
Auslands - Austriaca – Österreichische Literatur in fremden Sprachen
Das Webportal listet im Rahmen der Datenbank Auslands - Austriaca weltweit übersetzte österreichische Literatur wie auch Forschungsbeiträge auf, die sehr oft im Umfeld der Österreich-Bibliotheken entstehen. Mit dem Wiener Kaffeehaus Feuilleton und dem Kaleidoskop der Kultur Österreichs bietet das Portal der Österreich-Bibliotheken abseits der reinen Informationsvermittlung thematische Einblicke der besonderen Art für Kulturinteressierte. Das "Wiener Kaffeehaus Feuilleton" wird in Zeiten des Informationsüberschusses dem Bedürfnis gerecht, sich rasch eine Übersicht über die wesentlichen Kulturthemen und intellektuellen Debatten in Österreich sowie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zu verschaffen, das Kulturkaleidoskop bietet ein Potpourri an Essays aus Kunst und Kultur in Österreich.
Klosterneuburger Seminare
Seminare für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Österreich-Bibliotheken
Im Auftrag des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten werden seit 12 Jahren zwei Mal jährlich im Stift Klosterneuburg Seminare für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreich-Bibliotheken unter der Leitung von Dr. Ilona Slawinski veranstaltet. Seit 2007 werden die Seminare vom Zentrum Ost-/Südosteuropa mit Unterstützung der NÖ Landesakademie organisiert.
Die Klosterneuburger Seminare dienen der Fortbildung und sollen den MitarbeiterInnen der Österreich-Bibliotheken einen besseren Zugang zur Literatur und Kultur Österreichs verschaffen. Es werden Vorträge zu fachspezifischen Themen von international anerkannten Forschern gehalten, vornehmlich zur österreichischen Literatur, Geschichte, Kultur und Landeskunde sowie zur Kunst und Musik.
Darüber hinaus wird in interaktiven Workshops, die das Referat V.2d des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten durchführt, die aktuelle Situation jeder einzelnen Bibliothek vor dem Hintergrund laufender Evaluierungen diskutiert. Zudem erhalten die Seminarteilnehmer technische Schulungen, da das große Bibliothekennetzwerk durch ein online-basiertes Intranet administriert wird und über einen tagesaktuellen Webauftritt verfügt, der entsprechend gepflegt werden muss.
Weiters werden im Rahmen der Klosterneuburger Seminare Besuche zu wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen sowie zu Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen geboten. Durch diese Seminare wird nicht nur die Zusammenarbeit der Österreich-Bibliotheken innerhalb eines Landes intensiviert, sondern auch die länderübergreifende Kooperation der einzelnen Österreich-Bibliotheken gefördert, indem gemeinsame Projekte und Veranstaltungen initiiert werden. Von besonderer Bedeutung ist vor allem der Informationsaustausch für jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreich-Bibliotheken, die nicht unmittelbare Nachbarn Österreichs sind und die Literatur bzw. Informationen aus und über Österreich nicht direkt beschaffen können. Dies umsomehr, als diese Bibliotheken zumeist die wichtigste Anlaufstelle für Informationen zu österreichischer Literatur und Kultur sind.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie aus Georgien, Israel und Kasachstan. Sie sind Germanisten, Übersetzer, Historiker und Bibliothekare aus Akademien der Wissenschaften, Universitäten sowie wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken. Sie alle sind an Österreich interessiert und tragen ganz wesentlich zur Verbreitung österreichischen Kulturgutes bei.
Vom 9.-19. September fand das Klosterneuburger Seminar 2008 statt, das dem Thema: „Österreichische Geschichte und Kultur in der Zeit des Josephinismus“ gewidmet war. Das Programm des Seminars finden sie hier.
Im Juni 2009 wird das Seminar zum 25. Mal stattfinden, das auf Wunsch der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars den Schwerpunkt auf die österreichische Literatur, Kunst und Kultur vor der Aufklärung des 18. Jahrhunderts legen wird, wovon Österreich ein reiches Zeugnis ablegen kann.
Nähere Informationen:
KLOSTERNEUBURGER SEMINARE
Zentrum Ost-/Südosteuropa
an der NÖ Landesakademie
Tel. 02742-294-17460
e-mail: ilona.slawinski(at)noe-lak.at .
