Europarat - Kultur
Kultur ist für den Europarat das Schlüsselelement zur Verwirklichung seines Mandats der Förderung der Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit an. Die Förderung des Bewusstseins um die kulturelle Identität und Vielfalt Europas und die Unterstützung von deren Entwicklung zählt zu den vier Prioritäten des Europarates.
1955 trat die Kulturkonvention des Europarates in Kraft, welche den gegenseitigen Respekt der verschiedenen nationalen Identitäten Europas mit einem Schwergewicht auf Sprachen, Geschichte und Gesellschaft als Ziel hat. Organisatorisch werden die Kulturagenden im Sekretariat des Europarats seit 1. Oktober 2011 in der neu geschaffenen Abteilung für Demokratie, Kultur und Vielfalt innerhalb der Sektion II für Demokratie zusammengefasst.
Die kulturelle Agenda des Europarats umfasst verschiedene Programme mit der Priorität auf der Unterstützung beim Aufbau kulturpolitischer Kapazitäten der Regierungen sowie Analyse und Berichterstattung zur Kulturpolitik der einzelnen Mitgliedsländer. Das wichtigste Monitoring Programm des Europarats sind regelmäßigen Bewertungen der Kulturpolitik der Mitglieder. Im Rahmen dieses Programms wurde Österreichs nationaler Bericht 1993 geprüft. Zuletzt hat Russland als 29. Mitgliedsland seinen Bericht zur Prüfung an den Europarat übermittelt.
Ein wichtiger Aspekt der Aktivitäten des Europarats bildet die Unterstützung des europäischen Films, wofür ein eigener Fonds „Euroimages“ eingerichtet wurde. Der Europarat betreibt weiters Programme, in denen Fragen im Zusammenhang mit den Roma thematisiert werden und organisiert eigene Ausstellungen.
Die Mehrsprachigkeit als eines der zentralen Elemente der Tätigkeit des Europarates im Bereich Bildung wird durch das 1994 in Graz gegründete Europäische Fremdsprachenzentrum des Europarats gefördert. Ziel des Zentrums ist es Menschen zu ermutigen, Sprachen zu lernen, Sprachlehrer zu unterstützen, sowie Exzellenz und Innovation im Sprachunterricht zu schaffen. Der Europarat hat zur Betonung der Bedeutung der Mehrsprachigkeit den 26. September jeden Jahres zum Europäischen Tag der Sprachen erklärt.
Ein weiteres, v.a. für österreichische Gemeinden interessantes Programm sind die „Kulturstraßen“ des Europarates. Eine europäische Kulturstraße ist ein Weg durch mehrere Länder oder Regionen, der sich mit Themen befasst, die wegen ihres geschichtlichen, künstlerischen und sozialen Interesses europäisch sind, sei es auf Grund der geographischen Wegführung oder des Inhaltes und der Bedeutung. Kulturstraßen verbinden verschiedene Orte, wodurch ein Netzwerk des Dialoges und des Kulturtourismus gesponnen wird. Ziel ist es, zu zeigen, wie das Erbe verschiedener Länder und Kulturen in Europa zu einem gemeinsamen kulturellen Erbe beiträgt.
Es wird besonderer Schwerpunkt auf Themen gelegt, die eine Bedeutung für die europäische Einheit, Geschichte, Kultur und Werte darstellen und fördert nachhaltigen Tourismus auch in weniger bekannten Destinationen.
Gegenwärtig gibt es europaweit 24 Kulturstraßen, die das Zertifikat des Europarates tragen. In Österreich sind bislang drei Routen ausgezeichnet (Die Mozartwege 2004, die Transromanica 2007und die Europäische Friedhofsroute2010). Derzeit befindet sich die sog.“Habsburgerstraße“, welche auch durch Österreich führt, im Zertifikationsprozess.
Kontakte:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Abteilung V.4
Email: AbtV4(at)bmeia.gv.at
European Institute of Cultural Routes Email: institut(at)culture-routes.lu
Europäisches Fremdsprachenzentrum
