Multilaterale Angelegenheiten der Auslandskulturpolitik
Unter multilateralen Angelegenheiten der Auslandskulturpolitik versteht man jenen Tätigkeitsbereich der Auslandskultur, der sich mit den kulturellen Angelegenheiten im Rahmen der UNESCO, der Europäischen Union, des Europarates und der OSZE sowie der WMO (World Meteorological Organisation) und der UN-Universität befasst.
Hauptthemen der multilateralen Auslandskulturpolitik
Die Rolle, die Sprache, Kultur, Wissenschaft, Politik, Religion und Gesellschaft - eng vernetzt miteinander - in der europäischen Erweiterungsdebatte spielen, stand im Mittelpunkt mehrerer Veranstaltungen, die das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten während der letzen Jahre aufeinander aufbauend durchgeführt hat. Ausgangspunkt war die internationale Konferenz über “Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“ vom September 1998, welche aus Anlass des österreichischen EU-Vorsitzes in Wien durchgeführt wurde. Die Konferenz arbeitete die Wiener Deklaration aus, welche überaus positive Resonanz gefunden hat und mittlerweile zur Grundlage für eine Reihe von Folgeveranstaltungen geworden ist.
Hervorzuheben sind darunter die Konferenz „Unity with Diversity - a Multicultural Europe“ (Wien, Mai 1999), und das Symposium „Kultur und Nachbarschaft" (Klagenfurt, Mai 2000), sowie die internationale Tagung „Europäische Identitäten und Erweiterung - Herausforderungen, Ressourcen, Perspektiven“ (Krakau, November 2001) welche unter Einbindung von EU, UNESCO und IOM (International Organisation for Migration) stattfand. Im Jahre 2002 folgte in Breslau die Veranstaltung zum Thema „Europa der Regionen - Europa der Bürger“ und in Krakau das wissenschaftliche Workshop „An Agenda for Austria and Poland", welches sich neben multilateralen Themen auch mit bilateralen Fragen auseinander setzte.
Bei der internationalen Konferenz vom Juni 1999 zum Thema „Globalität und globale Ethik - Illusion oder Realität“ wiederum wurde das multikulturelle Zusammenleben aus dem Blickwinkel der Globalität behandelt. Die Konferenz, die auf Initiative von Bundesministerin (damals Staatssekretärin) Benita Ferrero-Waldner in der Wiener Hofburg abgehalten wurde, erarbeitete ihre grundsätzlichen Überlegungen zu diesem Fragenkomplex in Form eines Empfehlungskatalogs, den "Wiener Schlussfolgerungen zur globalen Ethik", die auch in die Arbeiten der UNESCO auf dem Gebiet der kulturellen Diversität eingeflossen sind.
Die wesentlichen Ergebnisse der Konferenzen im September 1998 ("Multikulturalität") und im Juni 1999 ("Globale Ethik") sind auch in Buchform erschienen.
