Prag - Kokoschka im Kloster
Noch vor der „Samtenen Revolution“ hatten die damalige CSSR und Österreich die wechselseitige Errichtung von Kulturinstituten in den beiden Hauptstädten vereinbart. Im Jahre 1993 eröffnet, stellt das nunmehrige Österreichische Kulturforum seit 1996 allen an österreichischer Kultur Interessierten in seinem im historischen Stadtkern gelegenen Gebäude einer ehemaligen Klosteranlage die „Oskar Kokoschka Galerie“, eine Leihbibliothek sowie einen mit moderner Technik ausgestatteten Veranstaltungssaal zur Verfügung. Das Österreichische Kulturforum Prag präsentiert die Kultur Österreichs in der Tschechischen Republik und widmet sich der Pflege der vielfältigen wechselseitigen kulturellen Beziehungen. Die lange gemeinsame Geschichte der beiden Nachbarn bedingt ein besonderes Bedürfnis nach Aufarbeitung des zuweilen problematischen gemeinsamen kulturellen, geschichtlichen und wissenschaftlichen Erbes. So werden ehemalige Kulturstätten für neue kulturelle Initiativen erschlossen, in Vergessenheit geratene Biographien namhafter Persönlichkeiten in Erinnerung gerufen, oder symbolische Gedenkakte gesetzt. Ein zweiter Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Zusammenarbeit im Rahmen der seit 2001 bestehenden Regionalen Partnerschaft, der außer der Tschechischen Republik und Österreich noch Polen, die Slowakei, Ungarn und Slowenien angehören.
Das Kulturprogramm umfasst alle Sparten: Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Vorträge und wissenschaftliche Symposien gewähren Einblick in das Kulturleben des modernen Österreich. Außerdem unterstützt das Österreichische Kulturforum Aufführungen österreichischer Stücke in tschechischen Theatern, österreichischer zeitgenössischer Musikwerke in tschechischen Opernhäusern und fördert die Übersetzung und Herausgabe von Werken österreichischer Gegenwartsliteratur in tschechischen Verlagen. Nicht zuletzt unterstützt das Österreichische Kulturforum die gemeinsamen Aktivitäten der österreichischen Fachministerien mit tschechischen Partnern aus dem Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsbereich. All dies erfordert intensive Zusammenarbeit und ständigen Dialog mit tschechischen Partnern. Genau das aber ist gleichzeitig auch unabdingbare Voraussetzung für einen in beide Richtungen wirkenden, fruchtbaren geistigen Austausch zwischen den beiden Nachbarvölkern. In der Förderung dieses Austausches besteht der österreichische Beitrag, der die Tschechische Republik bei der Wiedererlangung ihres angestammten Platzes mitten in Europa unterstützen soll.
