Bukarest - Als kulturelle Europäer gefragt
Die 1999 eingerichtete Kulturabteilung an der Österreichischen Botschaft in Bukarest wurde 2001 institutionell zum Kulturforum aufgewertet.
Die Projektarbeit umfasst neben Rumänien auch Moldawien, in dessen Hauptstadt Chisinau eine Österreich-Bibliothek besteht. In Rumänien wurden Bibliotheken in Bukarest, Temesvar und Klausenburg eingerichtet.
Österreichischer Kultur wird in Rumänien allgemein großes Interesse entgegengebracht: Literatur, Theater, Musik, Architektur, aber auch Filme aus Österreich sind sehr gefragt. Architekturausstellungen über Gründerzeit und Jugendstil, aber auch über zeitgenössischen Städtebau sind nicht nur für Bukarest, sondern auch für die regionalen Zentren Temesvar, Klausenburg, Sibiu, Oradea und Iasi von Interesse. Auf musikalischem Gebiet sind neben Darbietungen zeitgenössischer österreichischer Musik auch Veranstaltungen beim jährlichen Mozart-Festival in Klausenburg sowie längerfristige Kooperationen zwischen rumänischen Orchestern und österreichischen Musikern und Dirigenten vorgesehen. Auch die Forschung über südosteuropäische Musikbestände wird gefördert. Das Kulturforum unterstützt weiters den zeitgenössischen Tanz. Kontakte mit dem Jüdischen Theater in Bukarest sowie kulturelle Kontakte zur Roma-Minderheit wurden aufgebaut.
Besonders groß ist das Interesse an Österreich unter der deutschsprachigen Minderheit in Siebenbürgen und im Banat, dem das Kulturforum durch thematische Schwerpunktsetzungen entgegenkommt. So rückt besonders österreichische Literatur mit thematischem Bezug auf Südosteuropa ins Blickfeld, der im Banat geborene Lyriker Nikolaus Lenau bildet einen eigenen Schwerpunkt, und mit dem Deutschen Staatstheater in Temesvar und der deutschen Abteilung des Theaters in Hermannstadt bestehen Kooperationen.
Nach Jahrzehnten der Abschließung vom Westen sehen die Rumänien in Österreich einen Partner, der bei der Erneuerung der kulturellen und wissenschaftlichen Strukturen hilfreich sein kann.
Das Kulturforum Bukarest versteht seine Tätigkeit als Beitrag zu dieser geistigen Erneuerung, und zwar in dem Bewusstsein, dass damit auch das übergeordnete Ziel, nämlich die Integration Rumäniens in die Strukturen der EU, wesentlich gefördert werden kann.
