Polen
Krakau - Fast ein Heimspiel
In der südpolnischen Metropole Krakau gilt die kulturelle Verbundenheit mit Österreich als etwas Selbstverständliches und seit dem Jahr 1990 ist Österreich institutionell mit kulturellen Aktivitäten vertreten. Es kann in Krakau nicht überraschen, dass die Kulturarbeit in einem neobarocken Gebäude und Park angesiedelt werden konnte, das unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg für den damaligen österreichischen Honorarkonsul errichtet wurde und über mehrere großzügige Veranstaltungs- und Seminarräume (Konzertsaal und Galerie) verfügt. Nachdem die Kulturarbeit in den vergangenen Jahren eine der Aufgaben des Österreichischen Generalkonsulates Krakau gewesen ist, wird sie seit 2001 vom Kulturforum Krakau wahrgenommen. Das Kulturforum bindet in seine Arbeit besonders auch die örtliche Österreich-Bibliothek - die übrigens als älteste derartige Einrichtung auf einen bereits 1986 eingerichteten Leseraum zurückgeht -, das Österreich Institut Krakau sowie den österreichischen Lektor an der Jagiellonenuniversität ein. Bei seiner Tätigkeit kann das Kulturforum auf eine positive Grundstimmung der Bevölkerung gegenüber Österreich bauen, die wohl vornehmlich in der Erinnerung an die tolerante Herrschaft der Habsburger in Galizien (mit Unterbrechungen von 1772 bis 1918) wurzelt.
Im Hinblick auf die Sonderrolle Krakaus als mit der Hauptstadt Warschau gleichrangiges kulturelles und intellektuelles Zentrum Polens und die fast eineinhalb Jahrhunderte gemeinsame Geschichte mit Österreich ergeben sich als spezifische Arbeitsschwerpunkte die Aufarbeitung und das Wiederentdecken der gemeinsamen Vergangenheit jenseits bloß nostalgischer Verklärung, die Förderung der Kooperation und des Dialogs zukunftsorientierter zeitgenössischer Künstler aus Österreich und Polen und die Intensivierung der bilateralen Kontakte auf wissenschaftlicher Ebene insbesondere mit den zahlreichen hochrangigen Hochschulen und Institutionen in Krakau.
Gleichzeitig ist die Arbeit des Kulturforums Krakau in die Agenda der Plattform Kultur Mitteleuropa eingebunden, des kulturellen Teiles der 2001 begründeten Regionalen Partnerschaft, der neben Polen und Österreich noch Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien angehören. Im Sinne dieser Initiative versteht das Österreichische Kulturforum Krakau seine Aktivitäten als Element der übergeordneten Aufgabe, Polen auf seinem Weg in ein nicht zuletzt auch kulturell definiertes Europa zu unterstützen.
Warschau - Ein kultureller Partnermitten in Europa
Das Österreichische Kulturforum Warschau wurde 1965 als Kulturinstitut gegründet. Es bietet nicht nur exzellente Räumlichkeiten in bester Lage, sondern ist auch aufgrund seiner besonders prominenten Rolle als „Fenster des Westens“ in der Zeit des Kommunismus vor 1989 eine weithin renommierte Institution mit einem dichten und aktuellen Kontaktnetz zur innovativen polnischen Szene. Das Arbeitsgebiet umfasst geographisch die nördliche Hälfte Polens (das ehemalige Galizien und Schlesien werden von Krakau aus betreut).
In erster Linie versteht sich das Forum als Initiator und Förderer von künstlerischen und wissenschaftlichen Initiativen zwischen Polen und Österreich, wobei das Einbeziehen auch anderer Kulturen in Anerkennung der globalen Vernetzung von Kunst und Wissenschaft nicht nur möglich, sondern auch ausdrücklich erwünscht ist. In Zusammenarbeit mit der Österreich-Bibliothek Poznań, den österreichischen LektorInnen an den Standorten Łódź, Poznań, Toruń und Warschau, sowie dem Österreich-Institut Warschau (Deutschkurse), soll ein Bild des modernen Österreich als zukünftiges Partnerland Polens in der Europäischen Union, mit all seinen Vorzügen und Leistungen, Widersprüchen und aktuellen Anforderungen gezeichnet werden. Bei der Auswahl angebotener Projekte wird vor allem auf Qualität, Kreativität, Involvierung polnischer PartnerInnen sowie Nachhaltigkeit Wert gelegt. Bevorzugt werden jene Angebote, die sich bereits auf einen Erstkontakt und ein Interesse polnischer Partner berufen können und die eine langfristige kulturelle Beziehung über einen Einmaleffekt hinaus erwarten lassen.
Seit 1999 betreibt das Österreichische Kulturforum Warschau eine sich gut entwickelnde „Österreichische Galerie“, die vor allem NachwuchskünstlerInnen eine Chance bietet, sich auf dem immer größer und bedeutender werdenden polnischen Markt zu präsentieren. 2002 wurde unter dem Titel „Kunstraum Warschau“ ein Atelier für aus Österreich kommende KünstlerInnen eingerichtet. Ebenfalls seit 2002, steht unter dem Titel „freiraum@mitteleuropa“ ein eigener Raum sowie finanzielle Unterstützung für Persönlichkeiten und Initiativen aus Polen und Österreich, aber auch aus anderen Ländern zur Verfügung, die an einem künstlerischen oder wissenschaftlichen Projekt zum Thema Mitteleuropa arbeiten möchten.
Das Kulturforum unterhält enge Beziehungen zu Verlagen und wissenschaftlichen Einrichtungen, vor allem im Bereich der Literatur, Germanistik und Sozialwissenschaften. In Kooperation mit diesen Partnerorganisationen werden Konferenzen und Workshops organisiert sowie Publikationen unterstützt.
Heute sieht das Kulturforum seine Tätigkeit besonders auch durch den Rahmen der Plattform Kultur Mitteleuropa, den kulturellen Teil der 2001 gegründeten Regionalen Partnerschaft, definiert. Polen leistet vor allem mit seinen Leistungen in den Bereichen, Film, Literatur, Theater, Musik einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Positionierung Mitteleuropas im europäischen Kulturleben.
