Italien
Mailand - Nachbarschaft in Mitteleuropa
Das im Jahr 1993 eröffnete Österreichische Kulturforum Mailand hat seinen Sitz im Herzen der Stadt auf der Piazza del Liberty. "Liberty" ist die italienische Bezeichnung für Jugendstil, und es ist die Jugendstilfassade des Gebäudes, in dem das Kulturforum seit September 2001 gemeinsam mit dem Österreichischen Generalkonsulat untergebracht ist, von der die Piazza den Namen hat. Wie die Mailänder meinen, eine besonders passende Adresse für eine österreichische Kulturvertretung!
Das Kulturforum verfügt über einen kleinen Veranstaltungssaal, der in erster Linie für Vorträge und Ausstellungen geringeren Umfanges genützt werden kann. Mittwoch ist der seit nunmehr acht Jahren traditionelle „jour fixe“, an dem von italienischen Wissenschaftern, Journalisten und Künstlern Vorträge zu Themen aus Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychoanalyse, Psychologie und Soziologie gehalten werden. Diese Veranstaltungen erfreuen sich regen Zuspruches.
Der Zuständigkeitsbereich des Kulturforums umfasst ganz Norditalien, von Südtirol bis zu einer imaginären Linie zwischen Bologna und La Spezia. In diesem Teil Italiens, mit Ausnahme der beiden westlichsten Regionen Piemont und Ligurien, ist durch die jahrhundertelange Herrschaft der Habsburger das Interesse an Österreich noch immer überdurchschnittlich stark. Jedoch dominieren auch hier, trotz der geographischen Nähe, nach wie vor Klischeevorstellungen. Aufgabe des Kulturforums ist es, diese vorsichtig zu korrigieren, um so ein authentisches Bild der modernen österreichischen Kultur zu vermitteln, ohne dabei allerdings auf die Bedeutung dieser traditionell geprägten Bilder gänzlich zu verzichten.
Wertvolle Partner für die Arbeit außerhalb Mailands sind u. a. die beiden Österreich-Bibliotheken in Trient und Udine, die österreichischen LektorInnen an den Universitäten von Triest und Venedig und auch die österreichisch-italienischen Kulturvereinigungen in Trient, Triest, Udine und Bologna. So hat sich mit den Jahren ein effizientes Netzwerk von österreichischen und italienischen Partnern entwickelt, in dessen Rahmen inzwischen auch Projekte ohne organisatorische und finanzielle Mithilfe des Kulturforums entstehen. Die erfreuliche Intensivierung der inoffiziellen österreichisch-norditalienischen Kulturkontakte bringt die zusätzliche Herausforderung, in immer stärkerem Maße Schaltstelle und Kommunikationsplattform für die beteiligten Partner zu sein.
Rom - Österreichs älteste Kulturpräsenz im Ausland
Die respektvolle, wenn auch inoffizielle Bezeichnung „Accademia Austriaca“ zeugt von dem ausgezeichneten Ruf, den sich Österreichs älteste eigenständige Auslandskultureinrichtung, das 1935 als Österreichisches Kulturinstitut gegründete Österreichische Kulturforum Rom, in den nunmehr fast sieben Jahrzehnten seiner Tätigkeit in der römischen Öffentlichkeit erworben hat. Am Rande des historischen Museumsparkes Villa Borghese im nördlichen Teil Roms gelegen, beherbergt das architektonisch bemerkenswerte, nach Plänen von Karl Holey 1936/37 errichtete freistehende und von einem großzügigen Garten umgebene Gebäude auch das Historische Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom und die mit über 80.000 Bänden größte österreichische Auslandsbibliothek. Bibliothekssaal und Garten dienen als attraktiver Rahmen für kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse.
Das Kulturforum vermittelt mit einer Vielzahl an qualitativ hochwertigen Projekten wie Konzerten, Lesungen, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen ein facettenreiches Bild der kreativen Vielfalt des modernen Österreich, versteht sich als interaktive Schnittstelle zwischen österreichischen und italienischen Kulturschaffenden und Veranstaltern und bietet privaten Partnern professionelle Konzepte für lohnende Kooperationsmöglichkeiten im Bereich des Kultursponsorings. Weiters dient das Kulturforum als Ansprechpartner für die Künstler des auf seine Initiative von fünf österreichischen Bundesländern angemieteten Atelierhauses in Paliano bei Rom und des vom Bundeskanzleramt betriebenen Ateliers in der römischen Altstadt.
Die beeindruckende Anzahl an internationalen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Rom bietet einerseits Gelegenheit für eine Vielzahl konkreter Kooperationen, welche die Möglichkeiten der Kulturarbeit beträchtlich erweitern: so ist das Kulturforum Gründungsmitglied des hiesigen Vereins europäischer Auslandskultureinrichtungen. Andererseits erfordert das überreiche Kulturleben der Ewigen Stadt besonders intensive Öffentlichkeitsarbeit, um sich die nötige Aufmerksamkeit des traditionellen und noch zu erschließenden Zielpublikums zu sichern. Dem dient auch die Schwerpunktsetzung auf zeitgenössische Kunst und Kultur, indem dadurch ein attraktiver Kontrast zu der in Rom überwiegenden Orientierung des Kulturlebens auf eine übermächtige Vergangenheit entsteht.

