Tel Aviv - Israel als kultureller Nachbar
Die österreichische Kulturarbeit in Israel muss davon ausgehen, dass die österreichisch-israelischen Beziehungen insgesamt historisch belastet sind. Umso wichtiger ist es, kulturelle und wissenschaftliche Kontakte zu initiieren, zu pflegen und zu verbessern, um so zu einer positiven Entwicklung des Verhältnisses zwischen beiden Ländern beizutragen. Darin sieht das 2001 errichtete Österreichische Kulturforum Tel Aviv seine vornehmliche Aufgabe. Das Kulturforum kooperiert dabei mit der Österreichbibliothek in Jerusalem. Darüber hinaus ist der Aufbau eines lebendigen Netzes von lokalen Veranstaltungspartnern von entscheidender Bedeutung, zumal das Österreichische Kulturforum Tel Aviv über keine eigenen Veranstaltungsräumlichkeiten verfügt.
Die Schwerpunkte der Arbeit richten sich auf die Präsentation österreichischer Kultur in möglichst großer Spartenvielfalt mit der Priorität auf zeitgenössischer Kunst, wobei nicht nur die Bevölkerungsgruppe mit europäischen Wurzeln, sondern ein möglichst breites Publikum einschließlich der Palästinenser angesprochen werden soll. Die mittelfristigen Perspektiven der Programmplanung enthalten so unterschiedliche Projekte wie die „Austrian Electronic Night“ mit cutting edge Gruppen wie den Sofa Surfers oder Theaterprojekte wie die „Austrian Theatre Days“, die durch Erstaufführungen österreichischer Dramatiker in hebräischer Sprache einen nachhaltigen Effekt auf die israelische Theaterszene haben sollen.
Die zweite wesentliche Aufgabe ist die Nutzung und der Ausbau universitärer Kontakte. Schwerpunktmäßig wurden etwa mit der Ben-Gurion Universität jährlich stattfindende Projekte im Filmbereich (Filmmaker in residence) und mit der Tel Aviv University Theaterprojekte durchgeführt. Das an der Hebräischen Universität Jerusalem 2001 eröffnete Zentrum für Österreichische Studien wird hier noch einen Schritt weitergehen, da es die Integration österreichischer Kultur in verschiedenen Fachbereichen in Israel langfristig ausbauen soll.
