Paris - Kultur jenseits der eigenen Mauern
Das Österreichische Kulturforum in Paris ist seit seiner Gründung als „Kulturinstitut“ im Jahre 1954 bemüht, durch Vermittlung österreichischer Kultur und Kulturschaffender bei französischen Partnern oder durch eigene Veranstaltungen sowohl das zeitgenössische als auch das „unbekannte“ Österreich in Frankreich zu präsentieren. Eine Reihe von Kolloquien, österreichbezogene Publikationen, eine Mediathek und der im Zuge des mit Jahreswechsel erfolgten Umzuges vorgenommene Ausbau der eigenen Bibliothek (mit etwa 24.000 Bänden) unterstützen diese Bemühungen.
Infolge der immer stärkeren Internationalisierung der Pariser Kulturszene in den letzten Jahren sank die Nachfrage nach „nationalen Kulturzentren“, wie sie klassische Kulturinstitute mit Kleinveranstaltungen darstellen, stetig. Das Hauptaugenmerk des Kulturforums gilt daher Projekten in Zusammenarbeit mit französischen Partnern, die bereits eine starke Präsenz aufbauen konnten und in ihrem Bereich als anerkannt oder innovativ gelten. Parallel dazu werden Aktivitäten in den regionalen Kulturzentren außerhalb von Paris (Lyon, Bordeaux, Marseille, Montpellier u.a.) gesetzt, um die Vorteile einer in diesen Städten stärkeren Publikums- und Medienbeachtung zu nutzen. Das Kulturforum Paris soll ein Modell dafür werden, wie durch gezieltes Kulturmanagement/Networking über Kooperationsprojekte mit französischen Veranstaltern (Festivals, Museen, Theater, Universitäten u.a.) ein zeitgenössisches Österreichbild gefördert werden kann.
Bei der Programmgestaltung soll jedes Jahr mit einem Großprojekt ein starkes kulturelles Zeichen gesetzt werden, um so jene Aufmerksamkeit zu erreichen, die in Paris und Frankreich notwendig ist, um bei Publikum und Medien nachhaltig zu wirken. Für 2002 ist eine Großinstallation von Klaus Pinter im Pantheon geplant, 2003 eine Präsentation bildender Künstler in Monaco. Außerdem wird die eigene Web-Seite zu einem virtuellen Kulturforum ausgebaut, die Präsenz bei Kulturfestivals (Europe à Montmartre, Festival d’Automne, Festival de Musique de Strasbourg, Musica u.a.) ausgebaut und die wissenschaftliche sowie literarische Auseinandersetzung mit Österreich an französischen Universitäten gestärkt werden.
Österreichs kulturelle Präsenz in Paris ist sicherlich ein notwendiges Korrektiv für die von Teilen der französischen Öffentlichkeit besonders in jüngster Zeit vielfach geäußerte, sehr kritische Haltung gegenüber unserem Land. Vor allem aber bedeutet der Standort Paris, mit österreichischen Positionen an der permanenten Suche nach Innovation in einer großen internationalen Kulturmetropole teilzuhaben.
