Landeskundliche Schulung türkischer Religionsbeauftragter
Fortsetzung 5. – 10. März 2011
Zwischen 5. – 10.3. 2011 fand in Wien (Afro-Asiatisches Institut) erfolgreich die dritte landeskundliche Schulung für 20 ATIB-Religionsbeauftragte (darunter 3 Frauen) statt.
Durchgeführt wurde die Schulung vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten in Kooperation mit dem Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet/ATIB), dem Österreichischen Integrationsfonds des Bundesministeriums für Inneres (ÖIF/BMI) und der Universität Wien. Das Projekt wurde in diesem Jahr zu 50% vom Europäischen Integrationsfonds (EIF) des BMI mitfinanziert.
Sämtliche Teilnehmer sind im Laufe des Jahres 2010 nach Österreich gekommen und werden die nächsten 5 Jahre in verschiedenen Bundesländern in Österreich tätig sein. Dabei handelt es sich überwiegend um türkisch-muslimische Communities in relativ kleinen Ortschaften und Bezirken (u.a. Kufstein, Hörbranz, Hallein, Grieskirchen etc.).
Bei der diesjährigen nunmehr dritten „Landeskundlichen Schulung türkischer Religionsbeauftragter“ wurde neben den Kernmodulen (österreichische und europäische Rechtsordnung, Demokratie, Staat und Religion, Religionspluralismus und –freiheit etc.) Schwerpunkte in Richtung „Bildung“ und „Frauen/Familie“ gesetzt. Im Rahmen des Bildungsschwerpunktes wurde das ö Schulsystem umfassend dargestellt, weiterführende Bildungsmöglichkeiten und – einrichtungen, Fragen zu Eltern- und Erwachsenenbildung. Beim Thema „Frauen/Familie“ reichte das Spektrum der Vorträge und Exkursionen von einer generellen Einführung zu Frauenrechten in Ö und Europa über Aspekte von Gewalt in der Familie und gegenüber Frauen (Frauenhäuser, Zwangsverheiratung) bis hin zur seelischen Gesundheit in der Familie.
Die diesjährige 6-tägige Schulung in Wien setzte sich aus folgenden Modulen zusammen:
- Islam in Österreich und religiöser Pluralismus, Spiritualität, Säkularität und nichtislamische Religionen, sowie Religion und Dialogfähigkeit
- Islamischer Religionsunterricht in Österreich, inklusive der Präsentation des Master Lehrgangs „Muslime in Europa“ der Universität Wien
- Leben und Arbeiten mit praktischen Informationen zum Thema Behörden, Gesundheitswesen, Wohnen, Schulsystem etc.
- Einladung zum Abendessen durch die Erzdiözese Wien (inkl. geführte Besichtigung des Wiener Stephansdoms) sowie Besuch des Wr. Schulzentrum Friesgasse (SchülerInnen aus mehr als 40 Nationen!)
- Grundzüge Politischer Bildung (Menschenrechte, Demokratie) und der Medienlandschaft in Österreich
Migration und Integration in Österreich mit Zahlen, Daten und Fakte
- Schwerpunkte zu Frauen(Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, Orient-Express etc.) und Familie (Erwachsenenbildung, „Miteinander Lernen“ – Beratungs-, Bildungs- und Psychotherapiezentrum für Frauen, Kinder und Familien)
Als „Kulturprogramm“ wurde eine Stadtführung durch Wien und eine Führung durch den Wiener Stephansdom einschl. der Katakomben angeboten. Die Erzdiözese Wien lud vorab der Domführung zu einem gemeinsamen Abendessen unter Teilnahme einiger Gemeindepfarrer, die in derselben Gemeinde wie einige Schulungsteilnehmer tätig sind. Die besonders positive Atmosphäre motivierte alle Religionsbeauftragten, gemeinsam mit Dechant Martin Rupprecht (Leiter der Kontaktstelle für den christlich-muslimischen Dialog der Erzdiözese, am nächsten Tag eine Heilige Messe in der Pfarre Christkönig-Neufünfhaus, anl. der Aschenauflegung vor dem Osterfest, zu besuchen.
Weiters wurde eine Führung durch die Nationalbibliothek und der Handschriftensammlung angeboten.
Begleitend zu den Vorträgen, die teilweise in türkischer Sprache abgehalten oder übersetzt wurden, fand auch eine Diskussionsrunde mit Absolventen des Universitätslehrganges „Muslime in Europa“ sowie eine Feedback-Runde im Café Museum statt, die bei einigen Teilnehmern den ersten Besuch in einem klassischen Wiener Kaffeehaus ausmachte.
Den Abschluss der Schulung bildete ein gemeinsames Abendessen mit VertreterInnen des BMeiA und der Projektpartnerorganisationen, den Teilnehmern und den Vortragenden, das von ATIB ausgerichtet wurde.
Fortsetzung 21.-25. Februar 2010
Zwischen 21. – 25.2. 2010 fand in Wien (Afro-Asiatisches Institut) erfolgreich die zweite landeskundliche Schulung für 13 ATIB-Religionsbeauftragte (diesmal nur Männer) statt.
Durchgeführt wurde die Schulung vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten in Kooperation mit dem Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet/ATIB), dem Österreichischen Integrationsfonds des Bundesministeriums für Inneres (ÖIF/BMI) und dem Institut für Bildungswissenschaften/Islamische Religionspädagogik der Universität Wien. Das Projekt wurde in diesem Jahr zu 50% vom Europäischen Integrationsfonds (EIF) des BMI mitfinanziert.
Sämtliche Teilnehmer sind im Herbst 2009 nach Österreich gekommen und werden die nächsten 3-5 Jahre in verschiedenen Bundesländern in Österreich tätig sein. Dabei handelt es sich um türkisch-muslimische Gemeinden in ganz Österreich, u.a. St. Johann im Pongau, Telfs, Kitzbühel, Mauthausen.
Bei der diesjährigen „Landeskundlichen Schulung türkischer Religionsbeauftragter“ wurde neben den Kernmodulen (österreichische und europäische Rechtsordnung, Demokratie, Staat und Religion, Religionspluralismus und –freiheit etc.) ein Schwerpunkt in Richtung „Gesundheit“ gesetzt, der von Fragen zur Gesundheitsvorsorge/ -system über Aspekte von Suchtverhalten und –prävention bis hin zur seelischen Gesundheit reichte. Themenschwerpunkte betreffend Frauen, Gewalt in der Familie und Jugend mit Migrationshintergrund wurden beibehalten.
Die diesjährige 5-tägige Schulung in Wien setzte sich aus folgenden Modulen zusammen:
- Islam in Österreich und religiöser Pluralismus, Spiritualität, Säkularität und nichtislamische Religionen, sowie Religion und Dialogfähigkeit
- Islamischer Religionsunterricht in Österreich, inklusive der Präsentation des Master Lehrgangs „Muslime in Europa“ der Universität Wien
- Leben und Arbeiten mit praktischen Informationen zum Thema Behörden, Gesundheitswesen, Wohnen, Schulsystem etc.
- Gesellschaftspolitischer Auftrag der Kirche in Ö; Exkursion CARITAS Wien, Einladung zum Abendessen durch die Erzdiözese Wien (inkl. geführte Besichtigung des Wiener Stephansdoms)
- Grundzüge Politischer Bildung (Menschenrechte, Demokratie) und der Medienlandschaft in Österreich
- Migration und Integration in Österreich mit Zahlen, Daten und Fakten
- Schwerpunkte zu Frauen (Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie) und Jugendliche (Wertestudien in Ö und Europa, Muslimische Jugend Österreichs)
- Suchtprävention und –beratung (inkl., Drogen, Medikamente, Spielsucht, …), Psychotherapie und psychologische Beratungsmöglichkeiten
Als „Kulturprogramm“ wurde ein Musikvortrag zu „Höhepunkten der Klassik in Wien und Istanbul“, eine Stadtführung durch Wien durch Prof. Claudia Römer und eine Führung durch den Wiener Stephansdom einschl. der Katakomben angeboten, was auch eine rare Gelegenheit für die Religionsbeauftragten darstellte, die Hauptstadt kennenzulernen. Die Erzdiözese Wien lud vorab der Domführung zu einem gemeinsamen Abendessen.
Begleitend zu den Vorträgen, die teilweise in türkischer Sprache abgehalten oder übersetzt wurden, fanden auch Exkursionen in die Drogenberatungsstelle „Verein dialog:“ und in das Frauen- und Männergesundheitszentrum „FEM/MEN Süd“ im Kaiser Franz Josef Spital in Kooperation mit der Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie statt.
Den Abschluss der Schulung bildete ein gemeinsames Abendessen mit VertreterInnen des BMeiA und der Projektpartnerorganisationen, den Teilnehmern und den Vortragenden, das von ATIB ausgerichtet wurde.
Pilotprojekt 2.-6. November 2008, Wien
Vom 2.11. bis 6.11. fand in den Räumlichkeiten der Universität Wien und des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten die erste landeskundliche Schulung für türkische Religionsbeauftragte als Pilotprojekt statt.
Neben dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten wurde dieses Projekt in enger Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds/BMI, dem Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet/ATIB) und dem Institut für Bildungswissenschaften/Islamische Religionspädagogik der Universität Wien organisiert.
Es haben 13 Religionsbeauftragte (12 Männer, 1 Frau), die in der Türkei theologisch ausgebildet wurden, an der Schulung teilgenommen. Die Teilnehmer haben in verschiedenen Bundesländern in Österreich ihr Einsatzgebiet.
Pro Jahr werden etwa 10 bis 15 Religionsbeauftragte vom Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten für etwa 3-5 Jahre nach Österreich in Moscheegemeinden der „Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich“ (ATIB) entsandt.
- Innerhalb dieses befristeten Dienstverhältnisses werden die Religionsbeauftragten mit einer Vielzahl von Herausforderungen für ihre eigene Integration und die erfolgreiche Partizipation ihrer Gemeindemitglieder in der österreichischen Gesellschaft konfrontiert.
- Ziel der landeskundlichen Schulung ist es also, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, die es den türkischen Religionsbeauftragten in Österreich erleichtern, einen Zugang zu Land und Leuten zu finden, sowie (neue) Perspektiven zu entwickeln, die den Herausforderungen der Migration und Integration, v.a. im Hinblick auf Frauen, Jugendliche und Kinder, gerecht werden kann.
- Die Religionsbeauftragten sollen sich aufgerufen fühlen, als Multiplikatoren und „Integrationslotsen“ für die soziale Integration ihrer muslimisch-türkischen Gemeindemitglieder zu wirken, sowie motiviert werden, sich an der Entwicklung spezifischer Lösungen für die Herausforderungen der Muslime in Europa mitzuwirken.
Aus folgenden Modulen setzte sich die 5-tägige Schulung zusammen:
- Islam in Österreich und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, Religiöser Pluralismus, Spiritualität, Säkularität und nichtislamische Religionen
- Leben und Arbeiten mit praktischen Informationen zum Thema Behörden, Gesundheitswesen, Wohnen etc.
- Grundzüge Politischer Bildung (Geschichte, Verfassung, Österreich und die EU etc.) und der Medienlandschaft in Österreich
- Migration und Integration in Österreich mit Zahlen, Daten und Fakten
- Interkulturelle Kompetenz und Konfliktlösung mit Beispielen der täglichen Gemeindearbeit von christlich-katholischer Seite
Begleitend zu den Vorträgen, die in türkischer Sprache abgehalten oder übersetzt wurden, fanden auch Exkursionen in die Justizanstalt Josefstadt, die Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie in Kooperation mit den Frauenhäusern in Wien, in die Handschriftensammlung der Nationalbibliothek und ins Wien Museum statt.
Den Abschluss der Schulung bildete ein gemeinsames Abendessen aller Teilnehmer und den meisten Vortragenden, das von ATIB ausgerichtet wurde.
