Frauen - Naher Osten - Medien und Konfliktlösung
Das Außenministerium unterstützt ein Netzwerk von Journalistinnen aus dem Nahen Osten und Österreich
Am 28. und 29. Jänner 2008 fand an der Diplomatischen Akademie in Wien ein vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten veranstaltetes Medien-Trainingsseminar statt. Ziel des Zusammentreffens und der Fortbildung war es, das gegenseitige Vertrauen und die Kooperation der Journalistinnen zu stärken und das im Mai 2007 initiierte Netzwerk weiter zu entwickeln.
Zwanzig Top-Journalistinnen aus dem Nahen Osten, der Türkei und Österreich, die ein breites Medienspektrum vertraten, befassten sich dabei vor allem mit der Frage, wie Medien konkret zur Veränderung von Stereotypen und Vorurteilen und somit zur Entschärfung von Konflikten beitragen können. Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Präsenz von Frauen in Medienunternehmen und die Berichterstattung über Frauen. Ob in unterschiedlichen Medienunternehmen tätig, ob als Berichterstatterinnen für oder im Nahen Osten: Journalistinnen stehen sehr ähnlichen Problemen gegenüber.
Ziel war es aber auch, den Teilnehmerinnen eine gemeinsame Weiterbildung anzubieten. Die Bereitschaft und Möglichkeiten zum Dialog, Informationsaustausch und dafür, den eigenen Mediendiskurs im Sinne von Fairness und Konfliktlösung mit zu gestalten, steigen im Kontext „gemeinsamen Lernens“. Internationale Expertinnen präsentierten und arbeiteten mit Media Monitoring als Instrument (selbst)kritischer Medienanalyse, um damit etwa die Berichterstattung über den Nahostkonflikt, die Darstellung „des anderen“, oder auch die Präsenz und Darstellung von Frauen in den Medien untersuchen und bewerten zu können.
Wie etwa im Rahmen des Global Monitoring Media Projekts 2005 erhoben wurde, dominieren Männer und ihre Kommentare die weltweite Medienlandschaft. Um die Rolle der Medien für den sozio-politischen Wandel nützen zu können, ist es notwendig, Frauen auf diesem Gebiet zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mehr Einfluss auf den inhaltlichen Diskurs zu nehmen.
Ergebnisse des Training-Seminars sind u.a. die beschlossene Intensivierung des Austausches, der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Projektentwicklung, sowohl in der Region, als auch mit Österreich. Betont wurde die Wichtigkeit von Transparenz, Unabhängigkeit und Fairness in der Berichterstattung. Die Fortbildung diente daher auch der Bewusstseinsbildung für den Einsatz von Sprache, Terminologie und Bildern. Gefordert wurden mehr Initiativen zum Schutz von JournalistInnen und zur Wahrung der Pressefreiheit. Als Herausforderung und Aufgabe bezeichneten die Teilnehmerinnen, mehr „Friedensjournalismus“ zu betreiben: nicht allein die Probleme, sondern auch positives Engagement und Gelungenes verstärkt in die Berichterstattung aufnehmen zu wollen.
Die Veranstaltung ist eine Follow Up Maßnahme und basiert auf den Empfehlungen der internationalen Nahostfrauenkonferenz „Frauen in führenden Positionen – Netzwerke für Frieden und Sicherheit im Nahen Osten“, die Ende Mai 2007 auf Einladung von Außenministerin Plassnik in Wien stattfand. Das Seminar ist Teil des Schwerpunktes des Außenministeriums, den interkulturellen und grenzüberschreitenden Dialog zu fördern - im Nahen Osten selbst, genauso wie zwischen dem Nahen Osten und Österreich.
