Dialog konkret - Delegation indonesischer MuslimInnen in Österreich
Zwischen 3. und 6. Juni 2008 besuchte eine indonesische Delegation von elf Universitätsrektoren, ProfessorInnen und DozentInnen, Leitern von Koranschulen (pesantren) sowie Führungspersönlichkeiten islamischer Institutionen Wien. Der Besuch ist eine Initiative des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten in Kooperation mit dem deutschen Auswärtigen Amt . Das Programm wurde von der Task Force "Dialog der Kulturen" des Außenministeriums zusammengestellt.
Ziel des Besuches war es, den Dialog zwischen Europa und der muslimisch geprägten Welt, zwischen Österreich und Indonesien konkret und direkt zu führen. Stereotype und Missverständnisse - über "den Islam" ebenso wie über "den Westen" - sollen durch Gespräche abgebaut werden. Gleichzeitig sollte das Programm Vorstellungen und Werte Europas vermitteln und Gelegenheit geben, konkrete Erfahrungen und Beiträge Österreichs und Indonesiens zum Dialog, zur Förderung von Pluralismus, Toleranz und Integration zu diskutieren. Es war damit auch ein Beitrag zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008.
Die elf hochrangigen Mitglieder der indonesisch-muslimischen Organisation "Muhammadiyah" wurden am 4. Juni im Außenministerium durch den Leiter der Kulturpolitischen Sektion, Botschafter Emil Brix und die Leiterin der Task Force "Dialog der Kulturen", Legationsrätin Sabine Kroissenbrunner, zu einem Gespräch mit MitarbeiterInnen des Außenministeriums begrüßt. In den drei Tagen besuchte die Delegation das Parlament, den Wiener Landtag und die Stadt Wien (MA 17 - Integrations- und Diversitätsangelegenheiten) zu Gesprächen mit Abgeordneten und MitarbeiterInnen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft empfing die Delegation zu ausführlichen Gesprächen mit muslimischen VertreterInnen. Die Österreichische Nationalbibliothek präsentierte den indonesischen Führungspersönlichkeiten eine Auswahl aus ihrer Orientalischen Handschriftensammlung und das Ludwig Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit stellte seine Projekte vor.
Frau Prof. Siti Chamamah Soerato, Vorsitzende von Aishyia, der Frauenorganisation der Muhammadiyah, hielt am 4. Juni 2008 einen öffentlichen Vortrag zum Thema "Europa – indonesisch muslimische Perspektiven" an der Universität Wien. Anschließend hatten WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und Interessierte Gelegenheit, mit der Delegation zu diskutieren.
