Ziele
Ziele der Österreichischen Auslandskulturpolitik
In seiner Auslandskulturpolitik will das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten mit seinen Botschaften, Konsulaten und Kulturforen sowie den Österreich-Bibliotheken und Österreich-Instituten
1. Österreich im Ausland als innovativ-kreatives Land mit seinem vielfältigen, historisch gewachsenen kulturellen und wissenschaftlichen Reichtum präsentieren,
2. geleitet vom Grundsatz „Einheit in der Vielfalt“ aktiv an der Weiterentwicklung der europäischen Integration mitwirken,
3. durch Initiativen im Bereich des Dialogs der Kulturen und Religionen einen nachhaltigen Beitrag zur globalen Vertrauensbildung und Friedensicherung leisten.
Zum 1. Ziel („Präsentation Österreichs im Ausland als innovativ-kreatives Land mit seinem vielfältigen, historisch gewachsenen kulturellen und wissenschaftlichen Reichtum“): Österreichische Kultur wird im Ausland oft mit kulturhistorisch bedeutsamen Persönlichkeiten wie Mozart, Klimt und Freud assoziiert. Betrachtet man deren Leistungen im historischen Kontext, so sieht man, dass diese Musiker, bildenden Künstler und Wissenschaftler für die damalige Zeit besonders fortschrittlich waren und neue Wege des Ausdrucks aufgezeigt haben. Im Sinne des Gustav Mahler Zitats „Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“ ist die Darstellung traditioneller Kultur im Rahmen der Auslandskulturpolitik gerechtfertigt, wenn das innovativ-kreative Element hervor gestrichen wird. Der Fokus der Auslandskulturarbeit muss allerdings auf der Darstellung des zeitgenössischen Österreichs liegen. Nur so kann erreicht werden, dass Österreich als zukunftsorientiert und nicht als in seiner Geschichte verhaftet gesehen wird. Dabei darf selbstverständlich der Blick auf und die Reflexion über die dunklen Seiten der Geschichte, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus, nicht verloren gehen.
Zum 2. Ziel („Mitwirkung an der Weiterentwicklung der europäischen Integration“): Die Kultur spielt in der EU eine doppelte Rolle: Einerseits sollen die Mitglieder der EU im Wege der Kultur einander besser kennenlernen und näher zusammenrücken. Andererseits können Kulturinitiativen der EU in Drittstaaten identitätsstiftend sein. Österreich hat ein massives Interesse an einer positiven Weiterentwicklung der europäischen Integration. Die österreichische Auslandskultur soll daher an EU-Kulturinitiativen mitwirken und mit anderen Partnern Projekte zur Stärkung eines gemeinsamen EU-Bewusstseins entwickeln. Dazu gehört auch die Förderung der europäischen Mehrsprachigkeit und der deutschen Sprache in ihrer österreichischen Prägung und europäischen Vernetzung.
Zum 3. Ziel („Leistung eines nachhaltigen Beitrags zur globalen Vertrauensbildung und Friedenssicherung durch Initiativen im Bereich des Dialogs der Kulturen und Religionen“): Österreich will auch in Zukunft Initiativen zu Themen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs setzen. Damit soll ein Beitrag zum Abbau von Stereotypen und damit zu Frieden und Sicherheit geleistet werden. Der Dialog der Kulturen und Religionen soll zur Stärkung von Demokratie und der universellen Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, inklusive der Religions- und Gewissensfreiheit, beitragen. Der Dialog ist ein wichtiges Instrument zur Förderung des interkulturellen und interreligiösen Zusammenlebens und der Integration in Österreich und Europa.
