Annex 1
Strukturen der Auslandskulturpolitik

- auslandskulturkonzept map
Kulturpolitische Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten
Die Kulturpolitische Sektion (Sektion V) ist eine von sieben Sektionen des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA), das seine Kompetenz zur Auslandskulturpolitik aus dem Bundesministeriengesetz ableitet. In kulturpolitischen Fragen arbeitet das BMeiA eng mit anderen Ressorts wie insbesondere dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) sowie mit den Landesregierungen, der Wirtschaftskammer Österreich und der Österreich-Werbung zusammen.
Die Sektion V des BMeiA ist in vier Abteilungen untergliedert:
- Abt. V.1 (Koordination, Planung, Finanzierung und Evaluierung der Auslandskulturpolitik)
- Abt. V.2 (Durchführung kultureller und wissenschaftlicher Veranstaltungen im Ausland)
- Abt. V.3 (Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit; Dialog der Kulturen und Religionen)
- Abt. V.4 (Multilaterale Angelegenheiten der Auslandskultur; UNESCO)
Österreichische Vertretungsbehörden im Kulturbereich (Kulturforen, Botschaften, Generalkonsulate, Honorarkonsulate)
Österreich verfügt über ein Auslandskulturnetzwerk von
- 30 Kulturforen
- 82 Botschaften (davon 26 mit einem Kulturforum),
- 11 Generalkonsulaten (davon 4 mit einem Kulturforum) und
- 280 Honorarkonsulaten.
Die 30 Österreichischen Kulturforen sind an folgenden Standorten eingerichtet: Agram, Belgrad, Berlin, Bern, Budapest, Bukarest, Brüssel, Istanbul, Kairo, Kiew, Krakau, Laibach, London, Madrid, Mailand, Mexiko, Moskau, New Delhi, New York, Ottawa, Paris, Peking, Prag, Pressburg, Rom, Teheran, Tel Aviv, Tokio, Warschau, Washington .
Die meisten Kulturforen sind administrativ und räumlich mit der jeweiligen Botschaft bzw. dem Generalkonsulat verbunden. Die Kulturforen in Agram, London, New York, Paris, Prag, Rom, Teheran und Warschau sind in separaten Gebäuden untergebracht. An großen Botschaften bzw. Generalkonsulaten wie etwa Berlin, Washington und Istanbul bietet das Botschafts- bzw. Konsulatsgebäude größere Räumlichkeiten für Kulturveranstaltungen. Der überwiegende Teil der Kulturprojekte der Vertretungsbehörden und Kulturforen wird außerhalb des jeweiligen Amtsgebäudes in Kooperation mit lokalen Partnern durchgeführt. Um den operativen Gestaltungsraum der Österreichischen Kulturforen zu stärken, werden entsprechend den jeweils spezifischen lokalen Voraussetzungen alle Möglichkeiten zur Verwaltungsvereinfachung und Herstellung von Synergien in der Vertretungsbehörde vor Ort genutzt, um das Verhältnis zwischen Strukturkosten und operativen Kosten deutlich zu verbessern. In Budapest, London, New York, Rom, Teheran und Warschau befinden sich sog. selbständige Kulturforen mit jeweils eigener Verwaltungsorganisation.
Jede Botschaft ohne Kulturforum und jedes Generalkonsulat ohne Kulturforum verfügt genauso wie die Kulturforen über ein jährliches Kulturbudget, das sich primär nach Größe der Vertretungsbehörde und des jeweiligen Amtsbereiches richtet. Honorarkonsulate können Kulturveranstaltungen alleine oder in Kooperation mit Kulturforen bzw. Vertretungsbehörden durchführen. Als mögliche österreichische Kooperationspartner von Kulturforen bzw. Vertretungsbehörden für Kulturveranstaltungen kommen auch AußenwirtschaftsCenter, Büros der Österreich-Werbung, Österreich-Zentren, Bundesländervertretungen, Kooperationsbüros der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sowie AuslandsösterreicherInnenvereine in Betracht.
Österreich-Bibliotheken
Seit 1989 wurden an 60 Orten in 28 Staaten überwiegend im mittel-, ost- und südosteuropäischen Raum, in der Schwarzmeerregion, im Südkaukasus sowie in Zentralasien Österreich-Bibliotheken eingerichtet. Sie entstanden als Kooperation mit lokalen Einrichtungen im Gastland (Bibliotheken und Universitäten) vor allem in Städten, in den keine österreichische Vertretungsbehörde bestehen. Die Fixkosten werden überwiegend vom lokalen Partner getragen. Das BMeiA fungiert als "content provider" (Grundausstattung mit Büchern, jährliche Aktualisierung durch Ankaufsbudgets, Stärkung des Österreichbezugs des lokalen Personals und lokaler Germanisten durch Stipendienaufenthalte in Österreich und Organisation von Fortbildungsseminaren).
Die Betreuung in Österreich erfolgt unter der Federführung des BMeiA in Zusammenarbeit und unter Nutzung von in diesem Bereich tätigen Institutionen (Zentrum Ost-/Südosteuropa an der Niederösterreichischen Landesakademie und Österreichische Gesellschaft für Literatur), wodurch im BMeiA keine Parallelstrukturen aufgebaut werden mussten.
Österreich Institute
Mit dem Österreich Institut-Gesetz (BGBl. Nr. 177/1996) wurde die zu 100 Prozent im Bundeseigentum stehende, vom BMeiA initiierte Österreich Institut G.m.b.H. mit Sitz in Wien geschaffen, um bis dahin von den Österreichischen Kulturinstituten geführte österreichbezogene Deutschkurse an verschiedenen europäischen Standorten in privatrechtlicher Form durchzuführen.
In folgenden Städten bietet die Gesellschaft Deutschkurse an und unterstützt generell den Deutschunterricht: Belgrad, Breslau, Brünn, Budapest, Krakau, Laibach, Pressburg, Rom und Warschau. Die Außenstellen sind privatrechtlich organisiert und gestalten ihre Aufgabenbereiche inhaltlich eigenverantwortlich und selbständig.
