„Time stands still“
Am 7. März erhoben die NASOM-Künstler UNIDAS am Kulturforum in Rom keinen geringeren Anspruch, als die Zeit aufzuheben: «Time stands still» – ein passenderer Titel lässt sich für dieses Unidas-Programm mit Theresa Dlouhy (Sopran), Eva Reiter (Viola da Gamba) und Christopher Dickie (Laute) kaum finden. Was passiert, wenn die Zeit still steht? Oder anders gefragt: Was lässt sich alles denken, wenn die Zeit keine Rolle mehr spielt?
Mit ihrem Konzertprogramm schlugen die MusikerInnen einen Bogen von der englischen Renaissance hin zur österreichischen Gegenwart. Das mit totaler Leere und Stillstand gefüllte Stück „Acht Minuten“ des deutschen Zeitgenossen Carlo Inderhees stimmte das Publikum auf diese Thematik ein: es wirkte wie eine Ewigkeit. Es folgten von Melancholie und Nostalgie gesättigte Werke eines John Dowland, die mit den luziden Dowland-Anverwandlungen des Zeitgenossen aus Niederösterreich Burkhard Stangl alterierten. Der Osttiroler Zeitgenosse Daniel Moser ergänzte und konterte mit seiner Komposition «Kohelet» die um 400 Jahre älteren Werke von Thomas Campian und Tobias Hume.
Auf diese Weise wurde spürbar, wie sich die Vergangenheit in die heutige Musik ganz «natürlich» einlagern kann, wie ein Kontakt in den Zwischenräumen der Geschichte entsteht, in dem am Ende gar nicht mehr klar ist, welcher Komponist die Vorlage für wen darstellt.
Ein Konzert, das das Publikum in seinen Bann zog und selbst die Kenner einer seltenen Zeitbegriffs-Erfahrung aussetzte.

