Ludwig Boltzmann-Symposium in Tokio
Am 20. Februar fand an der Botschaft in Tokio das mittlerweile 4. Ludwig Boltzmann-Symposium statt, das in diesem Jahr - kurz vor dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima - dem Thema Energie gewidmet war.
Geladene Spitzenvertreter aus der japanischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie in Japan tätige österreichische Unternehmer und Forscher nutzten das Symposium für eine offene Expertendebatte über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen im Energiebereich. Zu den Gastvortragenden zählte unter anderem Professor Tatsuo Masuda von der Universität Nagoya, der über die neue Energiearchitektur Japans referierte. Robert Geller, führender Seismologe an der Universität Tokio, widersprach in seinem Vortrag vehement der Ansicht, dass eine wissenschaftliche Vorhersage von Erdbeben möglich sei. Der Vizepräsident von Nissan, Hideaki Watanabe, berichtete über die aktuellen Forschungsarbeiten von Nissan im Automotivbereich und führte den Symposiumsteilnehmern das Nissan-LEAF Elektroauto vor.
Das Ludwig Boltzmann-Symposium in Tokio wird seit 2009 jedes Jahr in zeitlicher Nähe zum Geburtstag des großen österreichischen Wissenschaftlers veranstaltet. Initiiert wurde das Symposium vom Urenkel von Ludwig Boltzmann, Dr. Gerhard Fasol, der seit vielen Jahren als erfolgreicher Wissenschaftler und Unternehmer in Japan lebt. Ludwig Boltzmann war zwar nie in Japan, einer seiner Studenten an der Universität Wien war aber Hantaro Nagaoka, später einer der Pioniere der japanischen Physik und der erste Rektor der Universität Osaka.

