Journées Théâtrales de Carthage - Präsentation der österreichischen Formation "theatercombinat"

- theatercombinat dominat powers - was also tun
Die Formation experimentellen Theaters „Theatercombinat“ unter der szenischen Leitung von Claudia Bosse präsentierte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (10. und 11. Jänner) einem interessierten Publikum ein akzentuiertes Programm. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut sowie mit Unterstützung der Botschaft in Tunis konnte erstmals im arabischen Raum das Stück „dominant powers – was also tun?“ mit großem Erfolg aufgeführt werden. Premiere hatte diese Inszenierung bereits im November 2011 in Wien.
In den eigens dafür adaptierten, teilweise offenen Räumlichkeiten des ISAD („Institut Supérieur des Arts Dramatiques“) in Tunis konnte das Zusammenwirken von drei Darstellerinnen, einem im Vorfeld zusammengestellten tunesischen Chor und Texten aus der Antike bis heute vom Publikum erschreckend „hautnah“ und in einem für Tunesien völlig neuen Format aus Sprech- und Soundräumen mit Textfragmenten, Bewegungsabläufen und Dokumentarlandschaften miterlebt werden. Zuschauer sowie Darsteller und Darstellerinnen bewegten sich durch ein dezentrales Raumsystem mit Orten zum Zuhören und Zuschauen, durch ein Labyrinth von Räumen, von Informationen und Medieninstallationen.
Das Theatercombinat betrieb bereits im Vorfeld Feldforschung und Materialsammlung mittels Audio- und Videoaufzeichnungen für das Projekt in Kairo und Tunis. Die Texte wurden in die französische Sprache transkribiert.
Im Rahmen der 15. Ausgabe des Theaterfestivals, welches unter dem Motto „Das Theater feiert die Revolution“ zu Beginn dieses Jahres, somit zeitgleich mit dem ersten Jahrestag der tunesischen Revolution, stattfand, stellten diese ergreifenden Inszenierungen den Höhepunkt der Theatertage von Karthago dar.
