Auftakt zum Schnitzler-Jahr in Italien
Kulturforen in Rom und Mailand feiern den 150. Geburtstag des Schriftstellers

- Lorenzo Bellettini
Der Germanist und Schnitzler-Experte Lorenzo Bellettini erläuterte am 15. Februar 2012 am Kulturforum in Rom die Beziehung des großen Erzählers und Dramatikers zu Italien, die besonders intensiv war: Als Hort antiken Kulturguts und Erbe der Renaissance war die Halbinsel nach Goethes Vorbild das Ziel der ausgedehnten Bildungsreisen Schnitzlers und wurde nicht selten als Schauplatz für seine literarischen Werke erwählt.
Eine begleitende Ausstellung am Kulturforum über Schnitzlers Nachlass mit Manuskripten aus der Universitätsbibliothek Cambridge (in Faksimile), Fotos samt Erläuterungen bot die ideale Kulisse für den gut besuchten Vortrag.
Ausgehend von den Tagebüchern Schnitzlers ging Lorenzo Bellettini am 16. Februar am Kulturforum in Mailand auf das Thema „Arthur Schnitzler und das Judentum“ ein. Tatsächlich sann Schnitzler in seinen Tagebuchaufzeichnungen oft über die jüdische Identität, Palästina, seine wechselhafte Beziehung mit Theodor Herzl und den Antisemitismus nach, der viele Aspekte des Alltagslebens in Wien überschattete.
Dr. Lorenzo Bellettini studierte Literaturwissenschaften und Geschichte an den Universitäten Bologna, Salzburg und Cambridge (Ph.D.). Zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften zur Jahrhundertwende und insbesondere Arthur Schnitzler. Verfasser mehrerer Kulturessays für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, La Repubblica, The Independent u.a. Zuletzt erschien seine Publikation "Schnitzler's Hidden Manuscripts" (Oxford 2010).
