Wissenschaft und Wirtschaft: Herausforderungen und Erfahrungen aus Sicht Chiles und Österreichs

- Round Table Veranstaltung im renommierten Forschungs-Think Tank Fundación ChileBild: N.N.
Unter dem Titel “The Crossroads of Innovation: R&D and the Market - Chile and Austria sharing Experience and Vision” diskutierten in Santiago de Chile Wissenschaftler, Unternehmer, Manager und Regierungsvertreter beider Länder über die Frage wie Wissenschaft und Wirtschaft ihre Erkenntnisse und Notwendigkeiten in optimaler Weise miteinander teilen und ergänzen können. Der Quantenphysiker Anton Zeilinger unterstrich mit Nachdruck die Bedeutung der Grundlagenforschung nicht nur für den wissenschaftlichen, sondern auch für den wirtschaftlichen Fortschritt. Für den Präsidenten der chilenischen Akademie der Naturwissenschaften, Juan Asenjo, bedeuteten vor allem internationale Erfahrungen und Teamgeist wesentliche Elemente für Neuerung im Bereich der Anwendungsforschung.
Für die Wissenschaftspolitik spielt der OECD-Vergleich eine richtungweisende Rolle. Chile will bis 2014 seine F&E Ausgaben von dzt. bescheidenen 0,4% des BIP verdoppeln; Österreich hat sich vorgenommen bis 2020 den Anteil von 2,8% auf 3,7% des BIP zu steigern; der OECD-Durchschnitt liegt jetzt bei 2,3% des BIP. Beiden Ländern ist gemeinsam, dass der private Bereich ca. 44% der Forschungsausgaben bestreitet und dass dieser Anteil auf zwei Drittel aller F&E Aufwendungen gesteigert werden soll.
Aus Sicht der Wirtschaft geht es vor allem um den Zugang zu Technologien und dies unter Einhaltung eines bestimmten Zeitrahmens, wie Milind Karkare, CEO von Andritz Automation Inc., ausführte. Der zukünftige Rektor der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder erläuterte die Praxisnähe der Anwendungsforschung in Österreich, die sich auch in einer höheren Quote von Drittmitteln für Forschungsprojekte in diesem Bereich ausdrückt.
Den Hintergrund dieser Round Table Veranstaltung im renommierten Forschungs-Think Tank Fundación Chile bildete der Besuch einer hochkarätigen Wissenschafterdelegation, die den Generalsekretär im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF), Friedrich Faulhammer, nach Chile begleitete. Im Zentrum der Interessen der österreichischen Forscher, unter ihnen auch der Mathematiker Heinz Engl, der demnächst an die Spitze der Universität Wien tritt und die Astrophysikerin Sabine Schindler aus Innsbruck, standen Kontakte zu wissenschaftlichen Institutionen wie der Universidad de Chile, der Universidad Católica und der Europäischen Südsternwarte Organisation (ESO). Das BMWF und das chilenische Bildungsministerium unterzeichneten in Santiago eine Memorandum of Understanding über wissenschaftliche Zusammenarbeit.
(Eine Information der Österreichischen Botschaft in Santiago de Chile)
