Wieder ein Herbst mit Thomas Bernhard oder nochmals Gott sei gedankt für Österreich
Ausklang des Jubiläumsjahres von Thomas Bernhard

- Thomas Bernhard 1988 Obernathal
So kann man den Titel des Artikels von Krzysztof Varga, der genau vor einem Jahr in der „Gazeta Wyborcza“ erschienen ist, paraphrasieren. Varga schrieb damals über eine Anhäufung von bernhardschen Büchern auf dem polnischen Markt: über die Neuauflagen von „Kalkwerk“ und „Autobiografischen Schriften“ und zwei Neuerscheinungen –„Meine Preise“ und „Thomas Bernhard - Eine Begegnung. Gespräche mit Christa Fleischmann“.
Nach einem Herbst mit Thomas Bernhard kam der Winter, in dem die Polen besonders intensiv seinen 80 .Geburtstag feierten (Artikel von Adam Lipszyc).
Diesen Herbst wollen die Polen auch mit Bernhard verbringen. Der eben erst erschienene Roman „Holzfällen“ wurde daher am 27.Oktober in der Österreich Bibliothek Warschau im Rahmen der Aktion „Österreich liest“ präsentiert. Krzysztof Varga sprach dabei mit der Übersetzerin Monika Muskała und der jungen Bernhardspezialistin Agata Barełkowska.
Mitte Oktober wurde die szenische Lesung des Stückes „Der Schein trügt“ mit zwei prominenten polnischen Schauspielern Krzysztof Gosztyła und Władysław Kowalski im Warschauer Teatr Ochoty mit großem Applaus aufgenommen.
Das Jubiläumsjahr von Thomas Bernhard neigt sich nunmehr langsam dem Ende zu, aber die Polen denken nicht daran, aufzuhören sich mit dem Autor zu beschäftigen. Die Welle des Interesses oder sogar der Faszination der Polen schwillt eher an.
Agata Barełkowska wird in ein Paar Monaten die erste monografische Publikation zu Thomas Bernhard auf polnisch mit dem Titel „Das Theatralische im Werk von Thomas Bernhard“ herausgeben. Adam Lipszyc, ein anerkannter Philosoph und Literaturkritiker plant im nächstem Jahr seine Reflexionen zum Werk von Thomas Bernhard niederzuschreiben.
(Eine Information des Österreichischen Kulturforums in Warschau)
