Historikerkonferenz „Österreich, Ungarn, Rumänien 1945-1955/56 – sowjetische Besatzung im Vergleich“
Fotoausstellung „Bilder einer Flucht“

- Draubruecke mit Kind
(Budapest/Ungarn) - Namhafte Historiker aus Ungarn, Österreich, Rumänien und den USA trafen am 23. Juni in den Räumlichkeiten des österreichischen Kulturforums zu einer eintägigen Konferenz über die unmittelbare Nachkriegszeit in den drei Ländern zusammen. Der Osten Österreichs wurde, wie Ungarn und Rumänien, von der Roten Armee besetzt. Während die beiden letztgenannten Länder nach und nach in den Ostblock einbezogen wurden, verlief Österreichs Schicksal anders.
Ziel der Tagung war es, die Methoden der sowjetischen Politik in diesen Ländern zu verschiedenen Themenfeldern zu vergleichen und neu gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen. Maßgebliche Schwerpunkte bezogen sich auf die Eisenhower Administration, sowjetische strategische Ziele und Wirtschaftspolitik, Kriegsgefangene und Deportierte dieser Länder und deren Schicksal in der Sowjetunion, Geheimdienste und österreichische und ungarische Spione zwischen den beiden Machtblöcken sowie den Besatzungsalltag der Roten Armee in diesen Ländern.
Unter den teilnehmenden Wissenschaftlern befanden sich unter anderem Barbara Stelzl-Marx und Peter Ruggenthaler, beide Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Graz, Prof. Günter Bischof, Center Austria - University of New Orleans, Csaba Békés, Cold War History Research Center Budapest, Lászlò Borhi von der ungarischen Akademie der Wissenschaft sowie Ottmar Trasco, Universität Bukarest.
Anlässlich der Konferenz wurde in den Räumlichkeiten des österreichischen Kulturforums die Fotoausstellung “Stationen einer Flucht“, mit bislang unveröffentlichtem Material eines ungarischen Feldwebels und Hobbyfotographen gezeigt. Die Amateuraufnahmen aus dem Jahr 1944 zeigen die Stationen der Flucht der Familie des Feldwebels mit seiner Einheit aus Kisilva/Siebenbürgen (im heutigen Rumänien) vor der immer näher rückenden Roten Armee, über Ungarn in Richtung Österreich, wo sie schließlich in verschiedenen Auffanglagern Zuflucht findet.
Nach 1946 ging dann die „Reise“ zurück über Budapest nach Déva (heutiges Rumänien).
Die Bilder zeigen in anschaulicher Weise Momente dieses Flüchtlingsalltags, der in diesen bewegten Zeiten für einen großen Teil der Bevölkerung zur absurden Normalität wurde. Datiert, beschriftet und erstmals wissenschaftlich ausgewertet wurden die Fotografien vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.
(Eine Information des Österreichischen Kulturforums Budapest)
