Hermann Nitsch in Russland
Ausstellung in Kooperation von KF Moskau und Stella Art Foundation; Vortrag im Freud Museum St. Petersburg
(Moskau/Russische Förderation) -In Russland ist die erste Ausstellung eines Wiener Aktionisten und des Gründers des Orgien-Mysterien Theaters Hermann ein besonderer Anlass. Noch niemals hat es eine Ausstellung eines Vertreters österreichischer Aktionskunst in Russland gegeben, eine solche wurde von Seiten führender zeitgenössischer russischer Künstler, Kuratoren und Intellektueller eingefordert.
Das besondere Interesse an der Veranstaltung entsprang sicherlich der potentiellen Reibungsfläche die die Kunst Hermann Nitschs für die gerade in Russland nicht gerade schüchterne Gruppe von „Kritikern“ zeitgenössischer Kunst darstellt und dem bislang nicht gefundenen Mut zu einer solchen Schau ebenso wie dem Umstand, dass gerade der Wiener Aktionismus der 70er Jahre eine entscheidende Inspirationsquelle für die russische aktionistische Kunstbewegung der 90er dargestellt hat.
Die Stella Art Foundation organisierte in Folge gemeinsam mit Hermann Nitsch und dem KF Moskau die erste Werkschau des Künstlers in Russland, ausgestellt wurden großformatige Gemälde, ebenso wie Videos von verschiedenen Aktionen und zahlreiche Fotos. Die Ausstellung ist vom 30. September bis 4. November in den Räumlichkeiten der Stella Art Foundation zu besichtigen.
Neben Moskau sollte auch St. Petersburg ins Programm genommen werden, gerade deshalb weil die dortige Kunstszene in Russland eine besondere Rolle spielt. An einem der wichtigsten Orte für intellektuellen Austausch und künstlerischen Diskurs, dem Freud’s Traummuseum in St. Petersburg wurde Hermann Nitsch am 4. Oktober zu einem Vortrag geladen in dem der Künstler vor führenden Kapazitäten des St. Petersburger Kunst- und Kulturlebens einen Vortrag über sein Werk und dessen Beziehung zur Psychoanalyse sprach.
Die Veranstaltungsreihe stieß auf lebhafte Resonanz sowohl aus medial als auch von Seiten des russischen Kulturlebens und kann im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst als eine der spannendsten Ausstellungsprojekte in Moskau in diesem Jahr bezeichnet werden.
(Eine Information des Österreichischen Kulturforums in Moskau)
