Gerhild Steinbuch - going to bed
Szenische Lesung am Österreichischen Kulturforum London

- The Song I, 1981Bild: Gottfried Helnwein
(London) - Das Kulturforum London präsentierte eine szenische Lesung des Stückes schlafengehn der jungen österreichischen Dramatikerin Gerhild Steinbuchs in der englischen Übersetzung und Regie der deutschen Regisseurin Lydia Ziemke. Das Stück entstand in einem ersten Rohentwurf im Jahr 2004 am Londoner Royal Court Theatre, an das Gerhild Steinbuch zur begehrten International Summer School eingeladen worden war. Die Autorin entwickelte und vollendete es im Rahmen von Werkstatttagen am Wiener Burgtheater. Die deutsche Uraufführung erfolgte dann im Jahr 2006 in Essen. In schlafengehn klammern sich die Figuren an ihre jeweiligen „Lebensrettungsphantasien“: Nele wünscht sich Milan als Vater; Hans schreibt auf der Bank vor dem Haus Briefe an seinen verlorenen Sohn; seine Frau, Anna, unternimmt immer neue Anläufe, um die perfekte Torte zu backen. Jeder ist auf der Suche nach seiner eigenen Utopie von Intimität und Geborgenheit.
Die 1983 in Mödling geborene Gerhild Steinbuch hat für ihre Stücke, die im Rowohlt Verlag erscheinen, bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Retzhofer Literaturpreis 2003, den 1. Preis des Stückewettbewerbs der Schaubühne am Lehniner Platz 2004, das Literaturstipendium der Stadt Graz 2004, und das Stipendium der Hermann-Lenz-Stiftung 2005. In der Spielzeit 2008 / 2009 war sie Hausautorin am Schauspielhaus Wien. Gegenwärtig ist sie Stadtschreiberin in Kitzbühel. Im Februar 2010 wurde sie bereits vom Kulturforum London zu einer szenischen Lesung ihres Stückes „Disappearing of Night Is Abolished“ („verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft") im Arcola Theater in London eingeladen.
Die junge deutsche Regisseurin Lydia Ziemke studierte in Schottland und ist freiberufliche Dramaturgin. Hauptsächlich in Deutschland tätig, arbeitet sie auch regelmäßig in britischen Theatern, zuletzt im Playhouse Theatre, wo sie Dea Loher‘s „Land Without Words“ inszenierte. Andere internationale Engagements führen sie zu Theaterfestivals nach Palästina und in den Libanon. Zuletzt führte Lydia Ziemke Regie bei den Gaza Monologen an der Schaubühne Berlin, welches nächste Woche in New York gezeigt wird.
(Eine Information des Österreichischen Kulturforums in London)
