DIE NEUEN AUFGABEN DER AUSLANDSKULTUR
09.09.2005
Rede des Generalsekretärs für auswärtige Angelegenheiten, Botschafter Dr. Johannes Kyrle, anlässlich der Auslandskulturtagung 2005
Kunsthistorisches Museum
Wien, 08.09.2005
Exzellenzen,
meine Damen und Herren!
Ich überbringe zunächst die herzlichsten Grüße der Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten, die sehr bedauert, dass sie wegen ihres Arbeitsbesuchs in den USA nicht selbst an der traditionellen Auslandskulturtagung teilnehmen kann.
Das Thema dieser Tagung „Österreich zwischen Image und Identität“ ist sehr ambitioniert, weil es um die schwierige Frage geht, was das Ausland über uns denkt und wie wir mit Kulturarbeit darauf Einfluss nehmen können. In diesem Österreichischen Jubiläumsjahr, in dem Österreich vor allem an 60 Jahre 2. Republik, 50 Jahre Staatsvertrag und 10 Jahre Mitgliedschaft in der Europäischen Union erinnert, scheint es mir zunächst wichtig, darauf hinzuweisen, wie sehr sich das Österreichbild in der Welt in diesen 60 Jahren gewandelt hat und dass Außenpolitik zwar zunehmend von Image und Identität geprägt wird, aber auch aktiv das Bild Österreichs in der Welt mitgestalten kann.
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste zunächst im Vordergrund stehen, auch internationales Vertrauen in diesen wieder errichteten Staat und seine Demokratie aufzubauen und Lebensfähigkeit und Eigenständigkeit des Landes mit Hilfe der großen kulturellen Traditionen zu unterstreichen. Später war es das Bild des wirtschaftlich aufholenden Kleinstaates im Herzen Europas mit seiner Lage an der Grenze des freien Europas. Und seit 1989, verstärkt durch den EU-Beitritt 1995 und die EU-Erweiterung 2004 ist es das Bild des innovativen mitteleuropäischen Staates, der mit seinen Nachbarstaaten alle Voraussetzungen hat, um eine künftige Kernregion Europas zu bilden. Eine der neuen Hauptaufgaben der Auslandskultur ist es, das internationale Image Österreichs mit dieser kulturellen Identität in Einklang zu bringen und dabei international Aufmerksamkeit für die Themen und Leistungen österreichischer Künstler und Wissenschaftler zu erreichen.
Dabei sind die neuen EU-Mitglieder in der Nachbarschaft besonders wichtige Partner in der Auslandskulturarbeit. Wir müssen einander in Mitteleuropa wieder kennen lernen und das funktioniert nur über kulturelle Neugier und Interesse. Straßenverbindungen und rasche Grenzabfertigungen sind dafür kein Ersatz, weil sie eigentlich nur Voraussetzungen, aber noch nicht die Inhalte einer gelebten Nachbarschaft herstellen. Der kulturelle Austausch mit den Nachbarn hat sich seit 1989 vervielfacht. Heute scheint mir wichtig, auch gemeinsame Projekte in Drittstaaten anzuregen, wie die im November in der Eremitage in St. Petersburg gezeigte Ausstellung über den Aufbruch in die Moderne der beiden Großstädte Wien und Budapest um 1900, die von Ungarn und Österreich organisiert wird. Gemeinsam mit unseren Partnern in der Plattform Kultur-Mitteleuropa werden wir in wenigen Wochen in Beijing Musik aus Mitteleuropa mit Konzerten, Workshops und einer Publikation in chinesischer Sprache präsentieren. In den Nachbarstaaten tragen auch die Österreich-Institute als sehr effizient geführte Sprachschulen, die Österreich-Bibliotheken und Bildungseinrichtungen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur zum Österreichbild bei. Gerade für Nachbarstaaten gilt aber, dass sich Länderimages aus vielen Komponenten zusammensetzen.
Meine Damen und Herren!
Zum Image, das Staaten im Ausland haben, trägt vieles bei: Persönliche Erfahrungen genauso wie die von den Medien vermittelten Bilder. Mehr als 20 Millionen Touristen besuchen jedes Jahr Österreich und Millionen Österreicher haben selbst Auslandserfahrungen. Auslandsösterreicher und ausländische Arbeitskräfte, die inzwischen wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, tragen ihre Geschichten über Österreich mit sich. Emigranten, österreichische Minderheiten im Ausland, Flüchtlinge, zuletzt aus den Balkanstaaten, die wieder in ihre Heimat zurückkehren, ausländische Schüler und Studenten, die Exkursionen nach Österreich machen oder hier ausgebildet werden, sie alle tragen mit ihren Erfahrungen zum Image des Landes bei. Österreichische Beamte in Brüssel, Wissenschaftler bei Vortrags- oder Forschungsreisen, Fußballer und ihre Fans bei Auslandsspielen, Künstler bei Auslandsauftritten, Soldaten im Kosovo oder in Afghanistan, diese Liste ist lang und wächst mit der selbstverständlichen Mobilität unserer Tage.
Die generelle Erkenntnis für die Auslandskulturpolitik lautet, dass sich mit der Zunahme persönlicher Auslandserfahrungen auch die Formen des kulturellen Austausches ändern. Öffentliche Kulturarbeit im Ausland wird weiter auch aus der Präsentation österreichischer Künstler und Wissenschaftler bestehen. Aber im Vordergrund steht die Kommunikation über Themen, bei denen Österreicher Kompetenz besitzen und die international wichtig sind. Ein Beispiel ist das Förderungsprogramm "The New Austrian Sound of Music". In den kommenden beiden Jahren werden vom Außenministerium von einer Fachjury ausgewählte junge in Österreich tätige Musiker und Ensembles bei Auslandskontakten und Auslandsauftritten gezielt unterstützt. Auch ein kulturelles Aktionsprogramm zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und den mitteleuropäischen Staaten der Regionalen Partnerschaft ist ein Beispiel für Initiativen in Bereichen österreichischer Tradition und Kompetenz.
Trotz aller Bemühungen um möglichst viele persönliche Kontakte, werden Länderimages natürlich in erster Linie durch die Medien vermittelt. Für Österreich bedeutet dies zunächst, zu wissen, mit welchen Themen wir für internationale Medien interessant sind. Die Internationalen Medien berichten mehr über das Gelingen oder Scheitern von Opernproduktionen bei den Salzburger Festspielen als über eine noch so wichtige österreichische Steuerreform. Die Bilder, die weltweit über Österreich bestehen, sind vor allem kulturelle Vorstellungen, Vorstellungen, die Leistungen von Künstlern und Wissenschaftlern enthalten. Der Zukunftsforscher Matthias Horx sagt: "Eigentlich sind die Zeiten für Österreichs Zukunfts-Positionierung besser denn je".
Unsere intensive kulturelle Vermittlung Österreichs nach außen, der erfreulicherweise in den Budgets 2005 und 2006 um 20 Prozent mehr operative Mittel zur Verfügung stehen, kann dies unterstützen. Wenn für das Mozartjahr 2006 weltweit etwa 10.000 Veranstaltungen erwartet werden, sehen Sie aber auch, dass die Aufgabe der Auslandskultur meist in der Vermittlung, im "networking", und nicht vorrangig in der Organisation von Kulturveranstaltungen besteht. Die Aufgabe wird dadurch nicht geringer, sondern anspruchsvoller. Österreichs Diplomaten erleben meist starke kulturelle Fremdbilder, ja Klischees Österreichs, die unser Image bestimmen und Österreichs "soft power" ausmachen. Im Mozartjahr bietet dies die Chance, Themen wie Kreativität und die Bedeutung von Musik für Erziehung und für das Leben von Menschen zu präsentieren.
Meine Damen und Herren!
2006 ist aber nicht nur eine Gelegenheit, das Leben und Werk Mozarts in Hinblick auf österreichische Identität zu diskutieren, sondern auch ein Jahr, um an einen anderen großen Österreicher zu erinnern. Die Österreichischen Kulturforen werden zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud Symposien, Vorträge, Ausstellungen und Diskussionen durchführen, die Freuds Bedeutung für das 21. Jahrhundert beleuchten. Als Symbol für die epochale Rolle Freuds für die Moderne werden zusätzlich für einen Tag, den 5. Mai 2006, alle 29 Kulturforen in "Sigmund-Freud-Institute" verwandelt und damit für diesen Tag nicht primär der Vermittlung von Kunst sondern von Wissenschaft dienen. Diese Aktion soll auch eine Geste sein und an alle Wissenschaftler erinnern, die wegen der Herrschaft des Nationalsozialismus ermordet oder vertrieben wurden. Zur modernen Identität Österreichs gehört es auch, selbstkritisch und offen Fragen der Geschichte und ihrer Behandlung durch spätere Generationen zu stellen.
Österreich wird am 1. Jänner 2006 für sechs Monate die Präsidentschaft der Europäischen Union übernehmen, und natürlich werden dabei politische und wirtschaftliche Aufgaben im Vordergrund stehen. Aber für Österreich ist es aus seiner Geschichte und Tradition selbstverständlich, dass Europa nur als Projekt der kulturellen Vielfalt Gemeinsamkeiten entwickeln kann. Daher lädt Bundeskanzler Dr. Schüssel als Auftakt der österreichischen Präsidentschaft die europäischen Partner am 27. Jänner, dem Geburtstag Mozarts, zu einer Konferenz "The Sound of Europe" nach Salzburg. In Brüssel wird im Frühjahr 2006 eine Ausstellung über die „Wiener Werkstätte“ gezeigt, in allen übrigen EU-Hauptstädten werden Kulturprojekte vorbereitet. Und in Wien wird es im Zusammenhang mit dem im kommenden Mai stattfindende EU-Lateinamerikagipfel auch kulturelle Veranstaltungen geben.
Die aktuelle Krise der Europäischen Integration wird zu Recht nicht nur auf schwierige politische und wirtschaftliche Abstimmungsprobleme zurückgeführt. Welches kulturelle Selbstverständnis Europa hat, werden wir nur herausfinden, wenn wir über Emotionen sprechen und wenn wir den Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern zuhören. Die derzeitige Unsicherheit über den weiteren Weg Europas ist eine Chance, Kunst und Wissenschaft ernst zu nehmen, wenn es um die Frage geht, was Europa eigentlich verbindet. Auslandskulturpolitik muss Möglichkeiten für das gegenseitige Zuhören und Sprechen über die kulturelle Vielfalt und Gemeinsamkeit Europas schaffen.
Die Österreichischen Kulturforen im Ausland müssen Orte europäischer Diskussion sein. Die Aufgabe der Auslandskulturarbeit besteht aber nicht darin, möglichst viele Europa-Veranstaltungen durchzuführen, sondern kulturelle Themen europaweit zu diskutieren. Die Erfahrungen aus der Donaumonarchie wie Pluralität und ihre Widerstände, Sprachen- und Religionsvielfalt sowie die überaus schwierige Aufgabe, Demokratie in einem heterogenen politischen Gebilde zu etablieren, sind Themen, die wir mit unseren Nachbarstaaten teilen, die aktuell sind und die wir daher keinesfalls auf die touristische Vermarktung von Franz Joseph und Sisi beschränken sollten.
Das Mozart- und das Freudjahr 2006 wird auch eine Gelegenheit für Fragen über den Stellenwert von Kultur darstellen. Was haben die Werke von Mozart und Freud heute weltweit für eine Bedeutung im Alltag der Menschen? Kann es uns mit internationalen Projekten gelingen, an ihrem Beispiel die Rolle künstlerischer und wissenschaftlicher „Kreativität“ in unserer Zeit zu stärken?
Meine Damen und Herren!
Wenn ich über die neuen Aufgaben der Auslandskulturpolitik spreche, so gilt dies vor dem Hintergrund der weiterhin wichtigen klaren österreichischen Prioritäten in Europa, die ich bereits vor einem Jahr anlässlich der Auslandskulturtagung formuliert habe:
• Mitteleuropa ist unsere kulturelle Heimat
• Südosteuropa ist jene Region, in der heute österreichische Kultur- und Bildungsarbeit besondere Wirkung erzielen kann und die
• Europäische Union ist jener Raum, in dem wir mehr gemeinsame Öffentlichkeit und gemeinsames Bewusstsein anstreben.
Tatsächlich findet Auslandskulturpolitik genau in diesem imaginären Raum zwischen Image und Identität statt. Österreich führt eine intensive Auslandskulturpolitik, weil wir darin eine Chance sehen, einen erkennbaren und für Österreich selbst wertvollen Beitrag zum Dialog zwischen Kulturen zu leisten. Kulturaustausch ist ein Beitrag für den Abbau von Negativbildern und für eine friedlichere Welt. Gleichzeitig suchen wir den Wettbewerbsvorteil, den eine „Kulturnation“ im internationalen Markt um Aufmerksamkeit am Feld der Außenpolitik gewinnen kann. Kultur ist die wichtigste „soft power“ österreichischer Außenpolitik.
Meine Damen und Herren lassen Sie mich zu den aktuellen neuen Aufgaben der Auslandskultur kommen.
Fünf Themen, die Kernaufgaben für eine österreichische Auslandskulturarbeit bedeuten, möchte ich explizit anführen:
1. BEITRÄGE FÜR DIE ZUKUNFT DER EUROPÄISCHEN INTEGRATION LEISTEN: Peter Sloterdijk hat im Februar im Rahmen des Europakongresses des Außenministeriums die Bedeutung der Kultur für Europa differenziert und überzeugend dargestellt. Europa sei eine post-enthusiastische Kultur, die nicht mehr von nationalistischen Mobilmachungen leben möchte. Wir sollten uns daher nicht auf die Suche nach dem für Europa enthusiastischen Bürger machen, sondern wissen, dass große Überzeugungen "im Klima wohltemperierter Skepsis am besten aufgehoben sind" – das dürfte uns in Österreich eigentlich nicht schwer fallen.
2. EUROPA MIT SEINEN SPRACHEN BEKANNT MACHEN: Die Vorteile der sprachlichen Vielfalt Europas dürfen nicht nur beschworen werden, sondern wir müssen mehr als bisher literarische Übersetzungen fördern, das Erlernen von Fremdsprachen unterstützen und die Vielfalt an Sprachen und Kulturen von Minderheiten besser bekannt machen. Hier ist auch die Europäische Union gefordert, weil ihr kulturelles Förderungsprogramm europaweit jährlich nur etwa 400 Übersetzungen literarischer Werke unterstützt. Neben all den sprachpolitischen Maßnahmen der Goethe-Institute, ist für uns wichtig, die deutsche Sprache in ihrer österreichischen Variante zu fördern. Die tschechische Schriftstellerin Milena Oda beschreibt, warum wir dies tun sollen: „Jede Sprache hat einen emotionalen Code. Wer den Code der Fremdsprache entschlüsselt, kann die Mentalität der Menschen und deren Kultur begreifen“.
3. WISSENSCHAFT ZUM THEMA MACHEN: Um Österreich stärker als Land wissenschaftlicher Innovation bekannt zu machen, finden in diesem Jahr an allen Kulturforen Veranstaltungen über Wissenschaftsleistungen statt, die in den letzten Jahrzehnten von Österreich ihren Ausgang genommen haben oder bei welchen Österreicher heute führend beteiligt sind. Das Programm trägt den Titel „Österreich Innovativ“. Es ist Teil unserer Kulturarbeit, auch über und mit Mikrobiologen, Quantenphysikern, Tunneltechnologen und Mathematikern zu sprechen.
4. DEN EUROPÄISCHEN CHARAKTER SÜDOSTEUROPAS BETONEN: Wien war durch Jahrhunderte die wichtigste Ausbildungsstätte für die Bildungseliten Südosteuropas und Österreich ist dem südosteuropäischen Raum historisch und geographisch besonders verbunden. Heute müssen wir jungen Menschen dieser Region wieder den Zugang zu europäischen Forschungsnetzwerken eröffnen und ihnen in der Ausbildung Mobilitätschancen geben. Die Unterstützung der europäischen Perspektiven der Balkanstaaten wird daher einen Schwerpunkt der österreichischen EU-Präsidentschaft bilden. Im kulturellen Bereich bereiten wir eine Konferenz in Wien über den Wandel der kulturellen Traditionsmuster dieser Region als Teil europäischer Vielfalt vor.
5. EINEN AKTIVEN DIALOG DER KULTUREN FÜHREN: Der britische Historiker Timothy Garton Ash hat über Europa als Ort geschrieben, an dem Verschiedenartigkeiten auf kleinstem Raum anerkannt werden, und er sagt auch, was Europa weltweit erzählen sollte: „Dieses Europa hat eine außerordentliche Geschichte zu erzählen, die von der Ausbreitung der Freiheit handelt“. Das könnte auch ein genuin europäischer Beitrag in der kulturellen Diskussion mit der restlichen Welt sein. Kein anderer Kontinent hat eine so rezente Erfahrung, dass es gelingen kann, eine scheinbar unüberwindliche Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit aufzulösen. Als kleinerer Staat mit multikulturellen Erfahrungen kann Österreich Beiträge zum Dialog der Kulturen leisten. Das Beispiel Österreichs zeigt z.B., dass die Integration einer wachsenden islamischen Bevölkerung ohne radikale oder gewalttätige Auseinandersetzungen möglich ist. In diesem November werden wir in Wien eine Konferenz über den europäischen Islam durchführen, noch 2005 wird erstmals eine Ausstellung über die Integration und Bedeutung von Moslems in der österreichischen Gesellschaft in Westeuropa und in der arabischen Welt gezeigt. Gleichzeitig unterstützen wir die Islamische Glaubensgemeinschaft bei ihren Vorbereitungen für eine Europäische Imamekonferenz, die 2006 in Wien stattfinden soll. Auch der langjährige Religionsdialog mit dem Iran wird fortgesetzt.
Neue Aufgaben werden auch die zusätzlichen geographischen Schwerpunkte bedeuten, die wir im Kulturaustausch mit Bulgarien und Indien planen, wo wir derzeit noch keine Österreichischen Kulturforen eingerichtet haben. Im kommenden Jahr werden wir aus Anlass von 50 Jahren diplomatischer Beziehungen auch zusätzliche kulturelle Schwerpunkte in Israel setzen, um die positive Entwicklung unserer bilateralen Beziehungen für mehr direkte Kontakte zwischen Universitäten, Kultureinrichtungen und Bürgern zu nutzen.
Meine Damen und Herren!
In der internationalen Positionierung von Staaten wird Kultur heute in dem Maße wichtiger, in dem Integrations- und Globalisierungsprozesse die Spielräume für nationalstaatliches Handeln auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene immer mehr beschränken. Österreich ist weltweit kulturell angesehen, und das ist keine schlechte Ausgangslage, um Beiträge für das 21. Jahrhundert zu leisten.
Meine Ausführungen sind keine Aufforderung zum populär gewordenen "Nation Branding". Auch der Meinungsforscher Rudolf Bretschneider ist in seinem Urteil eindeutig: "Länder sind keine Marken. Sie haben keine klare Gestalt wie diese. Sie (ver-) wandeln sich". Aber diese Verwandlungen Österreichs und seiner Umwelt anderen zu erzählen, zählt zu den Aufgaben der Auslandskultur.
Ich darf mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken und vor allem all jenen danken, die sich heute in Vorträgen und Arbeitskreisen mit dem Image und der Identität Österreichs befasst haben, an Nachbarschaften und historische Irrwege erinnert haben und uns damit helfen, einen vernünftigen Weg zu gehen.
