ÖSTERREICHBIBLIOTHEKEN IN PRISHTINA UND TIFLIS
08.05.2000
Zur Unterstützung des demokratischen Wandels richtet Österreich seit 10 Jahren jeweils in Kooperation mit lokalen Universitäten und Bibliotheken in den großen Städten Mittel- und Osteuropas "Österreich-Bibliotheken" ein. Derzeit bestehen 45 Bibliotheken, die österreichbezogene Materialien anbieten und Kulturveranstaltungen organisieren. Mit dieser erfolgreichen Initiative der österreichischen Auslandskulturpolitik ist es gelungen, ein flexibles, an den Bedürfnissen der jeweiligen Städte und Regionen orientiertes Netzwerk von Kulturkontaktstellen in den Reformstaaten von Litauen bis Mazedonien zu etablieren. Die Bibliotheken erleichtern vor allem Schülern und Studenten den Zugang zur österreichischen Kultur.
Diese Initiative wird derzeit auf den Balkan und den Kaukasus ausgeweitet und bildet einen wichtigen Teil der österreichischen Aktivitäten als Vorsitzstaat der OSZE, die zu einer dauerhaften Stabilisierung und Demokratisierung in Krisenregionen des OSZE-Raumes beitragen sollen.
Im Kosovo wurde am 26. April in der Philologischen Fakultät der Universität Prishtina eine Österreichbibliothek vom Rektor der dortigen Universität Zejnel Kelmendi und vom Generalsekretär im österreichischen Aussenministerium, Albert Rohan eröffnet. Mit den Vorbereitungen für diese Bibliothek wurde bereits 1997 begonnen. Auf Grund des Krieges im Kosovo kann erst jetzt der Betrieb aufgenommen werden. Rohan nannte im Rahmen der Eröffnung diese Initiative "ein Symbol unserer Zusammenarbeit. Rektor Kelmendi betonte besonders, daß Österreich damit zur richtigen Zeit ein Fenster zur europäischen Zivilisation anbietet: "Die neue Zeit, die - nach all unseren Bemühungen zu überleben - gekommen ist, stellt eine neue Herausforderung für uns alle dar".
Am 1. Mai eröffnete Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner in Tiflis an der Staatsuniversität für Sprache und Kultur die erste Österreich-Bibliothek dieser Art in der südlichen Kaukasusregion. Dabei wurde an die engen Bindungen Georgiens zum deutschsprachigen Kulturraum verwiesen und daran erinnert, dass die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner zehn Jahre in Tiflis gelebt hatte. Den Eröffnungsvortrag über "Die österreichische Moderne im 20. Jahrhundert" hielt Peter Kampits vom Institut für Philosophie der Universität Wien.
Gerade in politischen Krisenregionen fördert Österreich damit die Möglichkeiten für kulturelle Kontakte, um den internationalen wissenschaftlichen und künstlerischen Dialog zu stärken. Die Errichtung weiterer Österreichbibliotheken zur Stärkung der Zivilgesellschaften im OSZE-Raum ist derzeit in Planung.
Informationen:
Maria Luise Moskart (531 15-3803)
Emil Brix (531 15-3539)
