Literaturwettbewerb "Möglichkeiten"
30.08.1999
Anlässlich der österreichischen EU-Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 1998 hat das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem Kulturkritiker Dr. Hans Haider und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben, der den ausgewählten Autorinnen und Autoren die Möglichkeit gab, ein halbes Jahr lang in renommierten österreichischen Wirtschaftsbetrieben tätig zu sein und dabei die Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft auf die österreichische Arbeitswelt zu erfassen und literarisch umzusetzen.
Eine Jury in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur wählte unter den Bewerbern fünf Kandidaten aus. Der Jury gehörten an: Marianne Gruber (Österreichische Gesellschaft für Literatur), Dr. Hans Haider (Kulturkritiker), Mag. Gertrude Kothanek (Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten), Dr. Claus Raidl (Böhler Uddeholm AG) und Dr. Thomas Trenkler (Kulturkritiker).
Das Motto des Wettbewerbs lautete: "Möglichkeiten. Arbeitsleben im gemeinsamen Europa." Im Sinne dieser Devise waren Lebens- und Wirkungsfelder im Bereich der österreichischen Wirtschaft durch die ersten Auswirkungen der österreichischen Mitgliedschaft in der EU mittels spezifisch-schriftstellerischer Seh- und Argumentationsweise unter Einbeziehung eines Dialogs mit dem Management zu erkunden und darzustellen.
Den ausgewählten fünf Autoren bzw. Autorinnen standen in der Zeit vom 1. Oktober 1998 bis 31. März 1999 für diesen Zweck fünf österreichische Betriebe offen. Es waren dies:
Gundi Feyrer - Fa. Frequentis-Nachrichtentechnik
Walter Kohl - Böhler Uddeholm AG
Irene Prugger - SEZ Semiconductor Equipment AG, Villach
Andreas Renolder - Leiner-KIKA
Mag. Vladimir Vertlib - BAWAG
Zum Ende der halbjährigen Autorentätigkeit war ein literarischer Text (Download pdf Format 451KB) im Umfang von zehn bis dreißig Seiten zu erstellen, in dem Eigenarten österreichischen Wirtschaftens (Stärken, Schwächen, Mentalitäten) Lesern im In- und Ausland vermittelt werden sollen. Sehr persönlich werden die gewonnenen Eindrücke reflektiert, literarisch verarbeitet und zu Texten geformt, die in ihrer Gesamtheit zeigen, dass Literatur und Wirtschaft, zwei schöpferische Ausdrucksformen menschlichen Potentials, in jenem Ausmaß vermehrt aufeinander zu wirken imstande sind, in dem unsere materiellen und geistigen Arbeitswelten komplexer werden und unproduktiv gewordene Grenzen wegfallen.
