Auslandskulturbericht
28.05.1999

- FoerdsachBild: BMaA
Auslandskulturpolitik
Die Auslandskulturpolitik im Rahmen der Europäischen Union
Auslandskulturpolitik ist Teil der Aussenpolitik. Ihre Aufgabe ist es, österreichische Kultur im weitesten Sinne zu vermitteln, kulturelle Unterschiede zu erkennen und die Präsentation auf Erfordernisse der Partnerländer durch spezielle Programme und durch ein vernetztes Informationsangebot abzustimmen. Der Auslandskulturbegriff umfasst sowohl Kunst und Wissenschaft wie auch Bildung und Kultur.
Österreich in all seiner Vielfalt darzustellen ist im selben Maße Aufgabe der Auslandskulturpolitik wie das sensible Reagieren auf Erwartungshaltungen im Gastland. Zielgerichtet soll besonders ein junges, neuen Kunstformen aufgeschlossenes Publikum angesprochen werden.
Dies bedeutet eine Ergänzung der bisherigen Vermittlungsarbeit im internationalen Kulturaustausch hin zur Nutzung neuer Kommunikationsmethoden und Technologien. Mittler dieser Aufgabe sind die elf Kulturinstitute, die Botschaften und Generalkonsulate, die durch ihren Einsatz das Österreich-Bild im Ausland entscheidend mitprägen. Eine bedeutende Rolle kommt dabei der Zusammenarbeit mit Multiplikatoren und Entscheidungsträgern zu, die – verbunden mit neuen Präsentationsformen wie etwa dem Internet – einen Zugang zu einem neuen Kreis von Ansprechpartnern eröffnen.
Die österreichische Auslandskulturarbeit war im zweiten Halbjahr von der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft geprägt und wurde als Plattform für eine intensive kulturelle und künstlerische Präsentation Österreichs genützt. Die kulturellen Gemeinsamkeiten und die Vielfalt Europas standen im Mittelpunkt der Darstellung.
Anlässlich des informellen Treffens der Minister für Kultur und Audiovisuelles (Linz, 10. – 12. September) sowie des formellen Kulturministerrats (Brüssel, 17. November) konnten zwei wichtige Beschlüsse herbeigeführt und damit die EU-Kulturpolitik weiterentwickelt werden:
Die Verlängerung der Programme Kaleidoskop (zeitgenössische Kunst) und Ariane (Literatur) stellte für das Jahr 1999 finanzielle Mittel in der Höhe von e 14,3 Millionen (ca. 198 Millionen öS) sicher.
Die weitgehende Einigung über die Schaffung eines 5-jährigen Rahmenprogramms "Kultur 2000" führte zur Formulierung konkreter und richtungsweisender Perspektiven, die künftig die europäische Kulturpolitik nachhaltig bestimmen werden. Im Rahmen dieser Kulturministerkonferenz fand erstmals eine Podiumsdiskussion statt, an der neben den EU Kulturministern auch deren Amtskollegen aus den Beitrittsländern (11 mittel- und osteuropäische Länder sowie Zypern) teilnahmen.
Die Euro-Med-Kulturministerkonferenz auf Rhodos (25./26 September) brachte die Kulturminister der EU mit jenen aus den südlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten, den so genannten "Euromed-Partnern", zusammen (Maghreb/Mashreq-Länder, Israel, palästinensische Autonomiebehörde, Zypern, Malta, Türkei). Österreich und Griechenland veranstalteten und leiteten diese Konferenz gemeinsam und konnten die Verabschiedung der "Schlussfolgerungen von Rhodos" erreichen, die als Richtschnur für den kulturellen Dialog der Europäischen Union mit den südlichen Mittelmeerstaaten dienen sollen.
Das Treffen der Generaldirektoren für Auslandskulturpolitik der EU-Mitgliedsstaaten (Wien/Graz, 1./3. Oktober) erörterte umfassend das Thema "Kultur und internationaler Dialog". In diesem Sinne nahmen am ersten Tag auch die Vertreter aus der Tschechischen Republik, Ungarn, Slowenien, Polen und Estland teil. Anlässlich dieses Treffens präsentierte sich die Stadt Graz als "Europäische Kulturhauptstadt 2003".
Als kulturelle Höhepunkte des österreichischen Ratsvorsitzes werden das vom ORF live übertragene Europafest am Wiener Heldenplatz, die Liveübertragung einer Sondervorführung des "Fidelio" aus der Wiener Staatsoper in alle EU-Hauptstädte (beide Veranstaltungen am 1. Juli), der Festakt des Außenministeriums aus Anlass des 50. Jahrestages der Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in der Wiener Hofburg (10. Dezember) sowie ein Galakonzert des European Union Youth Orchestra, der Wiener Sängerknaben und der Wiener Pianistin Ingeborg Baldaszti mit dem Dirigenten Vladimir Ashkenazy im Goldenen Musikvereinssaal (30. August) in Erinnerung bleiben.
Während der Ratspräsidentschaft wurden zahlreiche wissenschaftliche Veranstaltungen organisiert bzw. mitgestaltet: z. B.: die Konferenz "Building on Plurality: Cultures in an Evolving Global Context" in Kanada, "The European Union, Austria and the Future of Central Europe" an der Princeton University und "The European Union – Key Issues of Austria’s Presidency" an der John Hopkins University in Washington, die vom KI New York betreut wurden.
Der Programmschwerpunkt Europäische Union trug dazu bei, die erwünschte Balance zwischen spektakulären Großveranstaltungen, die großes Medienecho und Publikumszuspruch bringen, und der ebenso wichtigen kontinuierlichen Kleinarbeit im Ausland herzustellen. Das BMaA beteiligte sich verstärkt an Veranstaltungen im Inland, um die Öffentlichkeit über die Mitgliedschaft Österreichs in der Union zu informieren. Anlässlich der Übernahme der Ratspräsidentschaft fand, wie schon erwähnt, auf dem Wiener Heldenplatz ein Festakt mit klassischem und zeitgenössischem Programm statt, der von zahlreichen Fernsehstationen übertragen wurde.
Großveranstaltungen wie die EXPO ’98 in Lissabon und die Europäische Kulturhauptstadt Stockholm wurden durch entsprechende Beteiligungen wahrgenommen, ebenso die Berliner Festwochen und die 12. Jüdischen Kulturtage in Berlin unter dem Motto "Wiener Melange – Jüdisches aus Wien".
Inhaltliche Schwerpunkte setzten die zuständigen Ressorts insbesondere in den Bereichen "Kultur und Beschäftigung", "Kultur und der europäische Erweiterungsprozess" sowie "Kultur als Mittel des internationalen Dialogs".
Eine facettenreiche Veranstaltung befasste sich beispielsweise mit "Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa" (Wien, 28. – 30. September, Verabschiedung einer "Wiener Deklaration" über Perspektiven einer zukünftigen europäischen Kulturpolitik), "Kultur als Kompetenz – Neue Technologien, Kultur und Beschäftigung" (Linz, 1. – 3. Oktober) sowie dem "Cultural Heritage in the Global Village’" (Wien, 7./8. Oktober). Eine große internationale Veranstaltung, die "Simon Wiesenthal-Konferenz gegen Hass und Rassismus" (Wien, 17. – 19. Dezember), diskutierte die Wurzeln des Hasses und dessen Überwindung.
Kulturabkommen
Mit der Russischen Föderation wurden im Laufe des Jahres 1998 Verhandlungen über ein neues Abkommen durchgeführt, das an die Stelle des noch mit der UdSSR abgeschlossenen und im Verhältnis zu Russland weitergeltenden Kulturabkommens aus 1968 (BGBl. Nr. 319/1969) treten soll. Das Abkommen wurde am 27. Oktober im Rahmen des offiziellen Österreich-Besuches des russischen Premierministers Jewgenij Primakov von den beiden Außenministern unterzeichnet. Es sieht die periodische Festlegung mehrjähriger Arbeitsprogramme im Kulturbereich vor und enthält Verbesserungen für die in das jeweils andere Land im Rahmen der kulturellen Zusammenarbeit entsendeten Fachkräfte.
Im Verhältnis zu Rumänien wurde die Anwendung des geltenden Kulturabkommens (BGBl. Nr. 140/1973), die in der späteren Phase der Ceausescu-Diktatur von österreichischer Seite ausgesetzt worden war, wieder aufgenommen. Es kam zu bilateralen Durchführungsverhandlungen und zur Vereinbarung eines neuen mehrjährigen Arbeitsprogrammes.
Ein solches Arbeitsprogramm wurde erstmals mit der Bundesrepublik Jugoslawien auf Grundlage des noch mit der SFR Jugoslawien abgeschlossenen Kulturabkommens (BGBl. Nr. 436/1973) vereinbart, das im Verhältnis zur BRJ – ebenso wie im Verhältnis zu Kroatien – weiter gilt.
Weitere Durchführungsverhandlungen, die jeweils zur Vereinbarung neuer mehrjähriger Arbeitsprogramme führten, fanden im Laufe des Jahres 1998 auch mit Bulgarien, Italien, Luxemburg und Portugal statt.
Festivals
Das Kulturinstitut in London initiierte gemeinsam mit den diplomatischen Vertretungen von Polen, Italien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Slowenien, der Slowakei, Ungarn und der Tschechischen Republik das "Festival mitteleuropäischer Kultur" (21. Juni – 12. Juli). Ungefähr 40.000 Besucher nahmen an den insgesamt 120 Veranstaltungen teil, mehr als tausend Wissenschafter und Künstler wirkten mit. Dieses spartenübergreifende Festival umfasste alle Bereiche des zeitgenössischen Kulturlebens. Erstmals wurde damit in Großbritannien das gegenwärtige kulturelle Leben in neun mitteleuropäischen Staaten umfassend vorgestellt und die kulturelle Einbindung Österreichs in den mitteleuropäischen Kulturraum anschaulich gemacht. Das erfreuliche Medienecho in London und den beteiligten Ländern bewies, dass das österreichische Bemühen um die Präsentation der kulturellen Einheit und Vielfalt dieses Raumes honoriert wurde.
Das Kulturinstitut in Prag präsentierte eine länderübergreifende Veranstaltung sieben europäischer Staaten unter dem Motto "Kunst ohne Barrieren", die den Beitrag behinderter Künstler zum Kulturschaffen sowie Bemühungen um die Integration Behinderter vor Augen führte.
Literarische Veranstaltungen
Die weltweit feststellbare Abnahme der deutschen Sprachkenntnisse beschränkt die literarische Veranstaltungstätigkeit immer mehr auf die Germanistischen Institute der Universitäten. Das Hauptaugenmerk konzentrierte sich auf die Mitfinanzierung von Übersetzungen, Drucklegungen und Aufführungen österreichischer Autoren. Von den in Übersetzung erscheinenden Werken kauft das BMaA eine größere Zahl von Exemplaren an, die an ein interessiertes Publikum gezielt verteilt werden. Vor allem mit der Mitfinanzierung von Aufführungen österreichischer Werke an ausländischen Bühnen wurden gute Erfahrungen gemacht. Sie erreichen in der Regel einen relativ großen Publikumskreis und erzielen meist ein breites Medienecho.
Musikalische Veranstaltungen
Die Balance zwischen traditioneller Musik und dem Bestreben, zeitgenössische Kreativität durch die Präsentation von Werken lebender Künstler zu vermitteln, erwies sich als nicht einfach. Die Zusammenarbeit mit privaten Organisationen und Musikhochschulen ermöglicht es aber immer wieder, ein junges Fachpublikum mit dem zeitgenössischen österreichischen Musikschaffen vertraut zu machen. Das Kulturinstitut Istanbul war mit einer "Woche zeitgenössischer österreichischer Musik" in Ankara, Eskisehir, Istanbul und Bodrum und einer interessanten Kombination von neuer Musik von Günter Zechberger und Bildern von Gerald Nitsche erfolgreich.
Die im Konzentrationslager geschriebene Oper "Der Kaiser von Atlantis" von Viktor Ullmann wurde von der Gruppe Arbos in Los Angeles und Washington mit Erfolg aufgeführt. Das "TonArt"-Festival in Bern und die Konzertreihe des Collegium Novum wählten ebenfalls österreichische zeitgenössische Musik zum Schwerpunkt.
Anlässlich der Übernahme der österreichischen EU-Präsidentschaft bestritt der am KI Rom beheimatete "Europachor" zusammen mit Chören aus Österreich und Sizilien ein Großkonzert in Rom.
Zum ersten Mal dirigierte ein Europäer (Robert Lehrbaumer) das Teheraner Symphonieorchester in Iran.
Gerade beim jugendlichen Publikum konnte österreichisches Tanztheater international reges Interesse wecken.
Wissenschaftliche Veranstaltungen
Bei wissenschaftlichen Veranstaltungen wurde die Einbeziehung von aktuellen Themen angestrebt: so fand in Pressburg ein Symposium über "Das Jahr 1968 in der Tschechoslowakei und in Europa" unter Beteiligung zahlreicher prominenter Zeitzeugen und bei großem Publikumsinteresse statt; ebenfalls in Pressburg wurde eine Konferenz zum Thema "Möglichkeiten und Chancen zwischenstaatlicher Zusammenarbeit am Beispiel Österreich und Slowakei" durchgeführt.
Die Botschaft Den Haag veranstaltete ein Symposium zum Thema "60 Jahre Mauthausen"; das Generalkonsulat Krakau beteiligte sich zum dritten Mal an dem Dialog – Projekt "Bajit Chadasz – Ein Monat der Begegnung mit jüdischer Kultur".
Ein Thomas Bernhard – Symposium (organisiert von der Botschaft Helsinki) in Helsinki und Tallinn (Estland) vereinte Wissenschafter und Übersetzer und illustrierte die Diskussionen mit einer Aufführung von "Die Macht der Gewohnheit". Ebenso erfolgreich wurden beim Symposion "Sibelius und Österreich" wissenschaftliche Vorträge mit Konzerten verbunden. Einen ähnlichen Weg beschritt die österreichische Botschaft Den Haag mit dem Symposium "Die Unvollendeten" mit Konzerten und zusätzlichen Kinderprogrammen.
In Istanbul fand ein Treffen des "Philosophischen Kreises Wien – Istanbul", einer Plattform österreichischer und türkischer Philosophen auf universitärer Ebene statt. An dessen Tagung "Journey of Philosophy – Journey of Ideas" nahmen erstmalig Philosophen aus einem Drittland, den USA, teil.
In wirtschaftlich schwächeren Ländern liegt das Hauptaugenmerk der Österrreich-Präsentation auf Wissenschaft und Bildung, wobei der Vermittlung der deutschen Sprache mit Betonung des spezifisch Österreichischen auch in Kultur und Landeskunde eine wesentliche Rolle zukommt. In den Staaten Südkaukasiens und Zentralasiens lag das Schwergewicht auf dem Germanistiksektor. Erfolgreich verliefen Fortbildungsseminare für Deutschlehrer in Marokko, Ägypten und Estland und das mehrtägige Symposium "Österreichische Literatur und Literaturgeschichtsschreibung der Gegenwart" in Seoul.
Bildende Kunst
"Der österreichische Expressionismus", "Austria im Rosennetz" und eine Ausstellung des Werks Oskar Kokoschkas zählten zu den bedeutendsten Präsentationen in Brüssel. Große Architekturausstellungen in Lyon, Sevilla und Berlin, eine Werkschau von Angelika Kauffmann in Rom, "Von Dürer bis Rauschenberg". Eine Quintessenz der Zeichnung (Meisterwerke der Albertina) in Berlin, Präsentationen von Max Weiler und von Alfred Hrdlicka in China, von Egon Schiele in Washington, "Positionen der österreichischen Gegenwartskunst" in Knokke und Lissabon und "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit" anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Wiener Secession in Helsinki wurden von Publikum und Kritik mit großem Interesse aufgenommen.
Beim interkulturellen Projekt "Museumsstraßen – Islamische Kunst im Mittelmeerraum" im Rahmen des MEDA-Programms der EU leistete Österreich einen wichtigen Beitrag. Das Projekt einer neuen Form von Kulturvermittlung und Kulturtourismus, organisiert von der österreichischen NGO "Museum ohne Grenzen", wurde in Stockholm, der europäischen Kulturhauptstadt 1998, im Oktober offiziell vorgestellt.
Unter den neuen Wanderausstellungen des BMaA erfreuten sich "Otto Wagner", "Michael Thonet-Möbel aus Österreich" und "Österreichische Kinder- und Jugendliteratur im Exil – Kleine Verbündete" regen Zuspruchs. Erste Präsentationen fanden in den USA und in Kanada, in Irland, in Norwegen und in der Slowakei statt.
Film und audiovisuelle Medien
Der Schwerpunkt im Bereich audiovisuelle Medien lag in diesem Jahr in der weltweiten Veranstaltung von österreichischen Filmwochen und in der Beteiligung an den zahlreichen EU-Filmfestivals. Die Filmbeiträge wurden von der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes und den österreichischen Produzenten zur Verfügung gestellt.
In London, Dublin, Budapest und Lodz fanden Retrospektiven mit Filmen von Michael Haneke statt. In New York, Washington, Montréal und Caracas wurden österreichische Filmwochen mit Produktionen der letzten fünf Jahre veranstaltet. Erwähnenswert ist der Erfolg der österreichischen Produktion "Die Siebtelbauern" von Stefan Ruzowitzky, die neben diversen Festivalauszeichnungen von zahlreichen ausländischen Verleihen – unter anderem in den USA und in Kanada – angeboten wird.
In Hongkong wurde von Österreich, Deutschland und der Schweiz das erste deutschsprachige Filmfestival MAX veranstaltet, das im Jahr 1999 eine Fortsetzung finden soll. Filmtage in Verbindung mit Rahmenprogrammen wie Workshops und Round Table Diskussionen mit Filmemachern und Filmfachleuten wurden durchwegs positiv aufgenommen (Filminstitut Budapest, Filmschule Warschau).
Österreichische Experimentalfilme finden sich in den Programmen der wichtigsten Festivals. Der Experimentalfilm "L’Arrivée" von Peter Tscherkassky errang auf der Semana de Cine Experimental in Madrid den zweiten Preis.
Die Filmothek des BMaA, die derzeit einen Bestand von 425 Filmtiteln aufweist, wurde 1998 nicht erweitert, da die Nachfrage nach dem 16 mm Format für Filmveranstaltungen in den Räumlichkeiten der Vertretungsbehörden laufend abnimmt. Präsentationen von österreichischen Filmen im 35 mm Format in Zusammenarbeit mit ausländischen Veranstaltern konnten jedoch gute Breitenwirkungen erzielen. Die Videosammlung wurde um einige Dokumentarfilme ergänzt. Die Nachfrage nach Videodokumentationen vor allem von Bildungsinstitutionen wie Österreichbibliotheken und Deutschlektoren an ausländischen Universitäten war rege.
Bücherspenden, Bücherankäufe, Österreich-Bibliotheken
Im Jahre 1998 wurden Buchankäufe im Wert von 5,6 Millionen Schilling (e 407.000) für die inzwischen 45 Österreich-Bibliotheken getätigt. Die Bibliotheken weisen durchschnittlich einen Bestand von 4.600 Exemplaren über zeitgenössische österreichische Literatur, Landeskunde und Geschichte auf. Neben Germanisten und interessierten Lesern frequentieren auch Jugendliche und Kinder die Österreich-Bibliotheken. Vorhandene Abonnements österreichischer Zeitungen wecken zusätzliches Interesse. Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten beteiligte sich mit Lehrmaterial an der Erweiterung der Bibliotheken.
Die Österreich-Bibliothek in Tel Aviv wurde eröffnet, mit der Komplettierung der Bibliothek in Shkoder, Albanien, ist in Kürze zu rechnen. An die Österreich-Bibliotheken in Novi Sad und Pristina wurde eine Grundausstattung an Büchern übergeben. Realisiert wurden Buchspenden an Universitäten in der VR China, Südkorea, Nord- und Südafrika, Mittel- und Südamerika, den USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Die Österreich-Bibliothek in Sofia konnte einen bedeutenden zusätzlichen Bücherzugang verbuchen: Der vor kurzem verstorbene langjährige Koordinator für Wissenschaft und Kunst im BMaA, Schriftsteller und Initiator der Österreich-Bibliotheken, Wolfgang Kraus, vermachte testamentarisch dieser Bibliothek beträchtliche Bestände aus seinem Privatbesitz. Gemeinsam mit anderen Institutionen wurde für die katholische Pázmán Universität in Budapest juristische Fachliteratur aus dem Nachlass von Professor Walter Selb angekauft.
Erforderliche Buch-Neuanschaffungen für die Österreich-Bibliotheken werden vom BMaA angekauft, die Infrastruktur und die Kosten für das Bibliothekspersonal übernimmt die ausländische Trägerorganisation. Bibliotheks-Stipendien in Form von vierwöchigen Wien-Aufenthalten für Bibliothekare der Österreich-Bibliotheken, aber auch für Germanisten und Professoren, die eng mit diesen Bibliotheken zusammenarbeiten, haben sich auch 1998 eines regen Zuspruchs erfreut. Zahlreiche Übersetzungen österreichischer Autoren wurden in Form von Buchankaufsgarantien durch das BMaA finanziell unterstützt. Oftmals war dadurch das Erscheinen eines Werkes in der Fremdsprache erst möglich.
Österreichische Studienzentren und Lehrstühle im Ausland
An einer Reihe ausländischer Universitäten und Hochschulen wurden, zumeist mit österreichischer Unterstützung, österreichische Studienzentren oder Österreich-Lehrstühle eingerichtet, die sich in Kooperation mit österreichischen Universitäten und anderen wissenschaftlichen oder kulturellen Institutionen um die Einbindung Österreichs in die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit bemühen. Über ihren wissenschaftlichen Beitrag hinaus präsentieren sie Österreich, seine Kultur, seine Wirtschaft und Politik im Gastland. Seit dem Beitritt Österreichs zur EU werden europäische Themen mit Österreich-Schwerpunkt in den Tätigkeitsbereich der österreichischen Studienzentren einbezogen.
Besondere Bedeutung kommt der "Arbeitsstelle für Robert Musil-Forschung" an der Universität Saarbrücken, dem "Centre d’Etudes et de Recherches Autrichiennes" an der Universität Haute Normandie in Rouen, dem "Lehrstuhl für mitteleuropäische Studien mit Schwerpunkt Österreich" in Leiden, dem "Center for Austrian Studies" an der Universität von Minnesota, der "Visiting Austrian Professorship" an der Universität Stanford, dem "Schumpeter-Lehrstuhl" an der Universität Harvard und dem "Kardinal König-Lehrstuhl" an der Hebräischen Universität Jerusalem zu. Neu errichtet wurde 1998 das "Canadian Centre for Austrian and Central European Studies" an der Universität von Alberta. Ebenfalls im Jahre 1998 wurde mit der Hebräischen Universität Jerusalem ein Memorandum of Understanding über die Einrichtung eines "Center for Austrian Studies" an dieser Universität unterzeichnet.
Sprachausbildung im Ausland
Im Rahmen seiner Auslandskulturpolitik hat Österreich Sprachkurse in Paris, Mailand, Pressburg, Warschau, Krakau, Budapest und Teheran eingerichtet, die sich sehr bewährt haben. Aufgabe dieser Sprachkurse ist es, über die deutsche Sprachausbildung hinaus österreichische Kultur, Wirtschaft und Politik zu vermitteln.
Diese Sprachkurse wurden großteils aus ökonomischen Überlegungen und zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit im Jahre 1997 aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und in einer privatwirtschaftlich geführten, gemeinnützigen Österreich-Institut GmbH mit Sitz in Wien und Niederlassungen an den Kursorten im Ausland zusammengefasst. Diese Österreich-Institut GmbH befindet sich im Eigentum der Republik Österreich. Seit 1998 gibt das Institut die Vierteljahres-Publikation "Österreich- Spiegel" mit Fachinformationen und pädagogischen Anleitungen für den Deutschunterricht heraus. 1998 besuchten in Warschau 2400, in Krakau 1800, in Budapest 1000, in Pressburg 850 und in Mailand 600 Hörer diese Sprachkurse. Auch an der Österreich- Bibliothek in Posen werden Deutschkurse abgehalten. Die Sprachkurse des Kulturinstitutes in Teheran verblieben im direkten Verbund mit dem BMaA. Das Kulturinstitut vermittelte 66 Standard- und 11 Spezialkurse, zusätzlich 5 Sommer-Intensivkurse und 10 Kinderkurse.
Wie bisher gibt es zusätzlich spezielle Lehrveranstaltungen:
Türkei: Ein dreijähriger Sprachkurs der Universitäten Klagenfurt und Anadolu, Eskisehir, wird seit 1989 über die staatlichen TV-Stationen TRT 2 und 4 ausgestrahlt, mit geschätzten Einschaltziffern von rund 10 000 bis 15 000 Sehern. Das KI Istanbul führt an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Marmara, Istanbul, Fachkurse durch.
Tschechische Republik: Das Kulturinstitut Prag bot zum neunten Mal einen Intensivsprachkurs für Kulturschaffende an, der sich weiterhin reger Nachfrage erfreut.
Ukraine: Unter Mitwirkung der Botschaft in Kiew wurde in Charkov gemeinsam mit der dortigen Technischen Universität und der Universität Klagenfurt ein Sommerkolleg abgehalten; die Österreich-Bibliothek vor Ort offeriert laufend Deutschkurse. Auch in Lemberg fanden ein Sommerkurs und reguläre Veranstaltungen an der dortigen Österreich-Bibliothek statt. Ebenso wurde in Lemberg ein Sommerkolleg für Ukrainisch und Deutsch abgehalten.
Albanien: Im Juli und August veranstalteten das BMaA, die Universität Wien und das Albanian Education Development Program jeweils einmonatige Sommersprachkurse für Schüler und Studenten in Golem.
Südamerika: Bereits Tradition sind die Unterstützungen für den Deutschunterricht in Brasilien und zwar in Dorf Tirol, Dreizehnlinden, Entre Rios sowie die Deutschkurse in Pozuzo, Peru.
Österreichisches Sprachdiplom
Im Interesse der Professionalisierung der Deutschkurse hat das BMaA gemeinsam mit den Bundesministerien für Wissenschaft und Verkehr sowie Unterricht und kulturelle Angelegenheiten die Initiative zur Entwicklung eines österreichischen Sprachdiploms als Nachweis für deutsche Sprachkenntnisse ergriffen. Seit 1995 hat sich das österreichische Sprachdiplom im Ausland bewährt. Bisher wurden an über 50 Prüfungszentren mehr als 10.000 österreichische Sprachdiplome auf vier verschiedenen Niveaustufen (Grundstufe, 1. und 2. Mittelstufe, Wirtschaftsdeutsch) vergeben. Zurzeit finden Verhandlungen mit Deutschland und der Schweiz statt, die die Anerkennung des österreichischen Sprachdiploms im gesamten deutschen Sprachraum auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zum Ziel haben.
Lehrwerk für den Deutschunterricht
Die erfolgreichen Initiativen "Österreich Institut" und "Österreichisches Sprachdiplom" werden nunmehr durch ein in Österreich entwickeltes Lehrwerk für den Deutschunterricht im Ausland, das speziell auf österreichische Themen eingehen wird, ergänzt. Das Projekt wird vom Institut für Germanistik der Universität Wien entwickelt und soll bis zum Jahre 2001 abgeschlossen sein.
Internationaler Christlich-Islamischer Dialog
Das BMaA hat im Jahre 1992 die Initiative zu einem weltweiten christlich-islamischen Dialog ergriffen. Ziel dieses gemeinsam mit dem Religionstheologischen Institut St. Gabriel unter der Leitung von Professor Andreas Bsteh durchgeführten Dialogprozesses ist es, die prägende Kraft, die den monotheistischen Religionsgemeinschaften Christentum und Islam bei der Entwicklung der menschlichen Zivilisation und der Sicherung des Friedens zukommt, auch für die internationale Zusammenarbeit auf politischer Ebene zu mobilisieren. Unter Mitwirkung von Theologen, Rechtswissenschaftern, Politologen, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftern fand die erste internationale Christlich-Islamische Dialogkonferenz "Friede für die Menschheit" in Wien, 1993 statt. Die Schlussdokumentation erschien in englischer, deutscher, arabischer Sprache und in Urdu. Es folgten die österreichisch-iranische Dialogkonferenz über Problemfelder in den internationalen und interreligiösen Beziehungen aus islamischer und christlicher Perspektive 1996 in Teheran (Schlussprotokoll 1997 in Deutsch und Farsi publiziert) und die Zweite internationale christlich-islamische Konferenz 1997 in Wien zum Thema "Eine Welt für alle – Grundlagen eines gesellschaftspolitischen und kulturellen Pluralismus in christlicher und islamischer Perspektive". 1999 ist die Weiterführung dieses Dialoges in Wien zur Thematik "Werte – Rechte – Pflichten – Grundfragen einer gerechteren Ordnung des Zusammenlebens in christlicher und islamischer Sicht" geplant.
Konferenz "Kultur und Kapitalismus"
Das BMaA veranstaltete gemeinsam mit dem Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen und Project Syndicate, einer Gruppe von über 40 Zeitungen aus Ost- und Westeuropa und der ehemaligen Sowjetunion, im April 1998 in Wien eine internationale Konferenz zur zukünftigen Rolle der Kultur im modernen Kapitalismus.
Der stellvertretende polnische Ministerpräsident Leszek Balcerowicz, der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Lord Dahrendorf diskutierten zum Thema "Markt und Gerechtigkeit". Etwa 70 Konferenzteilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Medien erörterten Vor- und Nachteile der öffentlichen bzw. privaten Kunstförderung im internationalen Vergleich, die Probleme und Chancen des Kapitalismus und das Schicksal der Kultur im "Anderen Europa" nach 1989.
Südslawien-Konferenz "Gottes Auserwählte Völker"
Das BMaA leistete einen finanziellen Beitrag zur Tagung der Historikerkommission der Stiftung Pro Oriente in Wien, bei der von Fachgelehrten und Theologen Möglichkeiten debattiert wurden, der Verbindung von Nationalismus und Konfession entgegenzuwirken, die oft durch Mobilisierung von Emotionen zu machtpolitischen Zwecken missbraucht wird.
Wiesenthal-Konferenz "Über die Quellen des Hasses"
Auf Vorschlag von Simon Wiesenthal hat Bundesminister Wolfgang Schüssel im Einvernehmen mit dem Bundeskanzler, Mitgliedern der Bundesregierung und dem Bürgermeister der Stadt Wien Michael Häupl die Initiative für eine Konferenz "Über die Quellen des Hasses" ergriffen. Bundespräsident Thomas Klestil nahm am 17. Dezember 1998 in der Hofburg die Eröffnung der vom Institut für die Wissenschaft vom Menschen durchgeführten Konferenz vor. Bei der Eröffnung wurde eine programmatische Rede des erkrankten Simon Wiesenthal verlesen. Wissenschafter, Politiker und Journalisten aus Europa und den USA diskutierten über Ursachen und Quellen des Hasses als gesellschaftliches Phänomen. In der Abschlussveranstaltung sprach der deutsche Bundespräsident Roman Herzog zum Thema "Wissenschaft als politisches Argument – Chancen und Risiko, Überschätzung und Verführung". Der Preis "Pro Humanitate für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz" der Kultur-Fördergemeinschaft der Europäischen Wirtschaft wurde an Simon Wiesenthal, Kardinal Franz König und Ihsan Dogramaci (Türkei) überreicht.
Publikationen
Im Hinblick auf das kulturpolitische Schwerpunktthema "Mittel- und Osteuropa" des österreichischen Ratsvorsitzes veröffentlichte das BMaA gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt, dem BM für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten sowie dem BM für Wissenschaft und Verkehr die Studie "Das kulturelle Europa – Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturkooperation Österreichs mit Mittel- und Osteuropa im europäischen Kontext". Zu einer ähnlichen Thematik erschien das Heft "Austria in Europe" in der Reihe "Kooperationen" des BMaA, Bundeskanzleramt und BM für Wissenschaft und Verkehr. Im Rahmen der Österreichischen Außenpolitischen Dokumentation wurden die "Austrian Comments" zum Bericht der Weltkommission für Kultur und Entwicklung (Javier Pérez de Cuéllar-Bericht) – "Our Creative Diversity" publiziert. Die Broschüre des BMaA, des Bundeskanzleramtes und BM für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten "Aus Österreich" ("From Austria") hielt wesentliche kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen der österreichischen EU Präsidentschaft fest. Eine erweiterte Publikation des kulturpolitischen Teiles des Außenpolitischen Berichtes als "Auslandskulturbericht 1998" ist vorgesehen.
Österreichische Lektoren im Ausland
Auf universitärer Ebene hat sich das Projekt der Entsendung von österreichischen Lektoren sehr bewährt. Aufgabe der nunmehr 129 Lektoren ist es, an ausländischen Universitäten Deutsch als Fremdsprache zu lehren und österreichische Literatur und Landeskunde zu vermitteln. Sie tragen damit ganz wesentlich zur Vermittlung und Festigung des Österreich-Bildes im Ausland bei.
Die Durchführung dieses Programmes inklusive Verwaltung, Lektorenauswahl und Entsendung liegt bei dem Verein "Österreich-Kooperation". Vor allem in Großbritannien, Frankreich, Japan, Mexiko, China, Kanada und in den mittel- und osteuropäische Ländern sind österreichische Lektoren tätig.
Österreichische Lehrer im Ausland
Die Mitarbeit von österreichischen Lehrern im Ausland trägt ebenso zur Präsenz Österreichs im Gastland bei. 96 vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten entsendete Lehrer sind an österreichischen Auslandsschulen in Budapest, Prag, Guatemala und Istanbul tätig. 180 Lehrer arbeiten an zweisprachigen Schulen in Ungarn und Tschechien, 21 österreichische Lehrer an deutschen Auslandsschulen weltweit. Im Berichtsjahr waren 100 Wiener Lehrer an Mittelschulen des Staates New York tätig. Neun österreichische Bildungsbeauftragte arbeiten als Berater für den Deutsch-Unterricht an Mittelschulen und Universitäten in Budapest, Brünn, Krakau, Pressburg, Sofia, Zagreb, Tirana, Sarajevo und Petersburg. 187 österreichische Fremdsprachenassistenten unterrichten an Mittelschulen in Großbritannien, Irland, Italien, Frankreich, Spanien, Russland und den USA.
Österreichische Auslandsstipendien
Österreich vergibt Stipendien im Rahmen von bilateralen, multilateralen und unilateralen Aktionen. Im Zuge einer Reorganisation hat der Österreichische Auslandsstudentendienst die Stipendienverwaltung übernommen. Dadurch konnte die Stipendienabwicklung erheblich beschleunigt werden.
Zwei Drittel dieser Auslandsstudien wurden in einem europäischen Land, fast drei Viertel davon in einem EU-Land, an der Spitze steht Großbritannien, absolviert. Außerhalb Europas waren die Vereinigten Staaten das beliebteste Studienziel, wobei die Aufenthalte durch das Studienförderungsgesetz und das EU-Mobilitätsprogramm unterstützt wurden. Für 40% der Auslandsaufenthalte wurde keine Förderung in Anspruch genommen.
Das BMaA ist Mitglied der bilateralen Fulbright-Kommission. Deren Stipendienprogramm konnte im Berichtsjahr abgesichert und ausgebaut werden. Knapp 100 ÖsterreicherInnen nützten das Angebot bzw. studierten mit Hilfe eines österreichischen Stipendiums in den USA.
Das CEEPUS-Stipendienprogramm (Central European Exchange Program for University Studies) hat 1998 insgesamt 400 Stipendienmonate an 202 ausländische Studierende und Wissenschafter für Studien in Österreich vergeben. Ziel ist die Förderung von Lehrer- und Studienmobilität innerhalb bestehender Netzwerke. Diesem interuniversitären Kooperationsprogramm gehören Bulgarien, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Österreich an.
Universitäre Kooperationen
Partnerschaftsabkommen mit ausländischen Universitäten werden von den österreichischen universitären Bildungseinrichtungen selbständig abgeschlossen. Das BMaA leistet, wenn erforderlich, logistische Hilfestellung. Besonders erwähnenswert ist das ASEA-UNINET, eine Kooperation zwischen Universitäten in Ostasien und Europa. Die Vorbereitungsphase zur Ausweitung dieses Netzwerkes für Lehrer- und Studienmobilität auf andere Staaten der Europäischen Union hat bereits begonnen.
Jugendwettbewerb "AUSTRIDEA’98"
Anlässlich der österreichischen EU-Präsidentschaft wurde in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesjugendring ein europäischer Jugendwettbewerb AUSTRIDEA’98 zum Thema "Jugend – Kultur – Arbeitswelt" veranstaltet. Der Wettbewerb richtete sich an Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren in den Mitgliedstaaten der Union, den assoziierten Ländern Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn sowie in Slowenien, Liechtenstein und der Schweiz.
Mit der Aufgabenstellung, Vorschläge und innovative Ideen für Beschäftigungsprojekte zu präsentieren, wurde darauf abgezielt, die unternehmerische Kreativität Jugendlicher anzusprechen. Die Preisträger konnten ihre Projekte beim Jugendkongress des Europäischen Jugendforums in Salzburg persönlich vorstellen. Die französischen Teilnehmer überbrachten eine Grußbotschaft von Präsident Jacques Chirac, der die Entwicklung eines Sozialmodells für Europa als besonders notwendig bezeichnete. Informationen über den Wettbewerb sowie über die von den Jugendlichen vorgeschlagenen Beschäftigungsprojekte sind im Internet unter www.austridea.at veröffentlicht. 1998 wurden 14 spezifische Jugend- und Jugendaustauschprojekte finanziell gefördert.
Sport
Ein wichtiges Anliegen im Bereich der internationalen Sportbeziehungen waren Unterstützungs- und Vorbereitungsarbeiten für die Projekteinreichung der grenzüberschreitenden olympischen Winterspiele 2006 beim IOC. Es handelt sich hierbei um die gemeinsame Bewerbung von Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und Slowenien mit Klagenfurt als Host City. Österreichische diplomatische Vertretungen im Ausland leisteten wertvolle logistische Unterstützung für die Bewerbung. Im Rahmen einer groß angelegten multimedialen Präsentation dieses Vorhabens in Udine vertrat das BMaA die Bundesseite.
Unterstützend agierte das BMaA im Zuge der Vorbereitungen für die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in der Ramsau im Februar 1999.
Die 1998 neuerstellte Referenzliste der pharmakologischen Gruppen von Dopingmitteln im Rahmen der Anti-Doping-Konvention des Europarates wurde im Bundesgesetzblatt kundgemacht. Das Außenministerium übte weiterhin seine Funktion als beratendes Mitglied im österreichischen Komitee für internationale Sportbeziehungen (KIS) aus. Über 100 Ehrenpreise des Bundesministers und der Staatssekretärin wurden für Sportveranstaltungen mit internationaler Ausrichtung bereitgestellt.
Kulturelle Förderungen
Der Budgetrahmen für kulturelle Förderungen betrug 1998 5,7 Millionen Schilling (e 414.000). Diese Summe wurde für 95 gezielte Einzelprojekte aufgewendet, deren Aufteilung nach Regionen und Sachgebieten den unten stehenden Grafiken entnommen werden kann.
Regional- und sachbezogen ist ein verstärktes Augenmerk auf EU-orientierte Projekte, kulturpolitische Diskussionsforen und wissenschaftliche Veranstaltungen erkennbar.
Großtagungen mit internationaler Ausrichtung wie "Kultur und Kapitalismus", "Jugend, Kultur und Arbeitswelt" und das Europäische Jugendforum seien als Beispiele angeführt. Die Publikation der Österreichischen Nationalgeschichte seit 1945 aus der Feder von prominenten Autoren – Zeitzeugen und politischen Akteuren – wurde ebenso unterstützt wie die internationale Enquete "Autonomes Europa? Intelligente evolutionäre Entwicklung".
Multilaterale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit
Das BMaA vertritt Österreich gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr im Ausschuss Hoher Beamter der "Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung (COST)" in Brüssel, im Rat der "Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN)" in Genf und im Rat der "Europäischen Weltraumorganisation (ESA)" in Paris. Das BMaA betreut außenpolitische Belange der "Europäischen Organisation zur Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT)", der "Europäischen Konferenz für Molekularbiologie (EMBC)" und des "Internationalen Instituts für Systemanalyse (IIASA)" in Laxenburg bei Wien. Der multilateralen technisch-wissenschaftlichen Zusammenarbeit kommt deshalb besondere Bedeutung zu, da sich Österreich an der rasanten Entwicklung der Hochtechnologie nur durch multilaterale Finanzierung in ausreichendem Ausmaße beteiligen kann. Österreich unterstützt im Interesse einer gesamteuropäischen Kooperation den Beitritt europäischer Nicht-EU-Staaten zur COST-Organisation.
